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Cold Specks – Neuroplasticity

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Zum neuen Werk von Al Spx aka. Cold Specks muss man Gott sei Dank kein medizinisches Nachschlagewerk zücken, um einen Zugang zu den Songs zu bekommen. Vielmehr verspricht der Albumtitel einen Inhalt, der auf Veränderungen in ihrem kreativen Schaffen anspielt und etwas Synapsentätigkeit vom Hörer erfordert. Letzteres ist nichts Neues, wenn wir uns an das Debüt „I Predigt A Graceful Expulsion“ vor zwei Jahren zurückerinnern, das als „Doom-Soul“ bezeichnet und so herrlich morbide daher kam.

Nun steht der Nachfolger mit dem leicht sperrigen Titel „Neuroplasticity“ in den Startlöchern und lockt mit einer ähnlich tiefgründigen, mystischen Atmosphäre, die sich wieder leidenschaftlich um die raue Stimme der Kanadierin schlängelt. Diese steht auch auf den neuen Stücken zweifelsohne im Vordergrund und bleibt zentraler Ausgangspunkt eines jeden Songs, von dem sich das Wechselspiel aus Dramatik und Melancholie über eine insgesamt minimalistische Songstruktur erstreckt.

Trotz all dieser – vergleichsweise zum ersten Album ähnlichen – Attribute mag man Al Spx nicht eine Kopie ihrer selbst unterstellen. Dafür rückt eben jener minimalistische Ansatz immer öfter in den Hintergrund. Und schafft Platz für eine vielseitigere Instrumentierung mit Klavier oder auch Trompete, so dass vor allem mit dem Gastmusiker Ambrose Akinmusire ein Hauch von Jazz Einzug in die Songs hält. Ebenso für Abwechslung sorgt Swans-Sänger Michael Gira, der sich zu Cold Specks an’s Mikrofon gesellt und sich wohl damit für die Zusammenarbeit auf seinem letzten Album revanchiert.

Laut eigener Aussage wollte Al Spx auf diesem Album einiges anders machen, was man den entstandenen Songs jedoch nur bedingt anhört. Der große Rahmen spannt sich weiterhin wie gewohnt um den düsteren Soul mit Blues-Einschlag, der nach wie vor eher um ein paar Umwege seine Wirkung entfaltet und sich durch kleine Überraschungsmomente in der Rhythmik definiert.

Wer in die Seele von Cold Specks blicken möchte, der muss geduldig sein und vor allem den Blick mit über den Tellerrand wagen. Eine leichte Beute ist die Ansammlung an Songs nicht gerade, aber genau das macht ihren Reiz aus. Für die Aufnahmen zog sich die Singer-Songwriterin dieses Mal für ein paar Monate am Stück in ein Cottage zurück, um dort die Basis für „Neuroplasticity“ zu schaffen.

Mit dem Ergebnis, dass die Verlassenheit einen kleinen Sinneswandel im kreativen Schaffen auslöste. Auch wenn der Sprung zur musikalischen Veränderung nur vereinzelt zum Vorschein kommt, offenbart er doch eindeutig den Wunsch der Künstlerin, sich ein wenig mehr nach aussen hin zu öffnen. Vielleicht fiel Cold Specks dieser Schritt allerdings auch leichter, weil die verarbeiteten Themen einen nicht mehr ganz so großen persönlichen Charakter besitzen wie zuvor.

An ausreichend Tiefgang oder gar dramatischer Dichte mangelt es den Songs deswegen noch lange nicht. So gelingt es Cold Specks auch mit ihrem zweiten Album, allerhand Spannungsmomente und eine faszinierende Schwere zu erzeugen, die zusammen genommen die große Stärke der kanadischen Musikerin ausmachen. Und damit ist auch „Neuroplasticity“ ein gewichtiges Werk geworden, das jedoch nicht unter dieser Last zusammenbricht, sondern darum buhlt, den Hörer anzuregen und aus der Deckung zu locken.

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