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The Magic Numbers (Credit Caroline)

The Magic Numbers – Alias

Es ist schon ein riesiger Karriere-Schritt für The Magic Numbers, dass sie im Juli 2014 die vier Deutschland-Konzerte von Neil Young & Crazy Horse eröffnen durften. Zu Recht, denn mit ihren bisherigen drei Alben brachten sie infizierend-melodiöse Indie-Pop-Songs zu Gehör. Wobei ihr letztes „The Runaway“ bereits in eine neue Richtung wies, die nun auf dem aktuellen „Alias“ ausformuliert wird. Das englische Quartett mit den beiden Geschwisterpaaren wird immer wieder mit The Mamas & The Papas, The Beach Boys oder The Lovin Spoonful verglichen, es werden aber auch aktuellere Interpreten wie Portugal The ManKings Of Leon oder Ron Sexsmith mit der gemischt-geschlechtlichen Band in Zusammenhang gebracht.

Alles begann 2004 mit der Single „Hymn For Her“, die in Windeseile ausverkauft war und den Hunger nach mehr schürte. Es folgte die Single „Forever Lost“ und schließlich das Debütalbum „The Magic Numbers“, das wie eine Bombe in die Indie-Pop-Szene einschlug. Der Nachfolger „Those The Brokes“ ließ nicht lange auf sich warten und erschien 2006. Für „The Runaway“ (2010) konnten sie Valgeir Sigurdsson (Björk) und Robert Kirby (Nick Drake) gewinnen, die für die orchestrale Produktion verantwortlich waren. Es war Kirbys letzte Arbeit, er verstarb nach den Aufnahmen im Alter von 61 Jahren.

Das aktuelle „Alias“ setzt nun jenen Richtungswechsel und Spirit des Vorgängers fort und bringt wieder alle Qualitäten der Magic Numbers zum Vorschein. Naturgemäß ist weiterhin der mehrstimmige Gesang eines der überragenden Merkmale des Quartetts. Die weiblich-männlichen Wechsel- und Harmoniestimmen lassen dabei wiederholt an die Hochzeiten des US-Westcoast-Folk-Rocks denken, werden mit melodiösem Indie-Pop oder Rockismen a la Neil Young & Crazy Horse („Shot In The Dark“) kombiniert. Verschiedentlich werden die Titel mit himmelwärts strebenden Streichern versehen, die tiefreichende und emotionale Spannungsbögen erzeugen.

Zu Beginn steht der ebenso poetische wie aufwühlende Weckruf „Wake Up“, der mit hallenden und fuzzenden Stromgitarren Kontraste zeichnet. Eine zarte, zwischen süßen Popharmonien und feurigen Rocksequenzen pendelnde Hymne. „Out In The Street“, „Accidental Song“ und „Better Than Him“ sind infizierender und in die Höhe strebender Indie-Pop, wie wir ihn auch von der kanadischen Formation Rah Rah kennen. Und wie sie „Roy Orbison“ mit zuckersüßen Streichern in den Orbisonschen Pop-Olymp heben, ist sagenhaft. Zudem bedienen sich The Magic Numbers am Blue Eyed Soul einer Dusty Springfield („Thought I Wasn’t Ready“) oder beim Philly-Soul wie z.B. auf „E.N.D“. Zum Finale bündeln sie noch einmal all ihre Qualitäten und bringen die „Black Rose“ zum Erblühen.

Spätestens mit „Alias“ haben The Magic Numbers den Gipfel des Pop, der auch ohne den Begriff Indie auskommt, erklommen. Sie demonstrieren die Kunst des Erwachsenwerdens ohne die Tugenden des Jungseins einzubüßen. Hymnisch, poetisch, melodiös! Sweet Pop Music by The Magic Numbers!

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