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Wallis Bird – Daze – Neues Video

Ach ja, die Liebe! Hurra und oh weh. Eine wilde Berg- und Talfahrt der Gefühle. Licht und Schatten. Schmetterlinge und Zahnschmerzen. Ein kreiselndes Karussell. Ein ewiges hot topic. Oder, um es mit Freddy Mercury von Queen zu sagen “a crazy little thing”.

Die in Berlin und anderswo herumschwirrende, irische Songwriterin Wallis Bird hat sich dazu schon den einen oder anderen Gedanken gemacht. Zum Beispiel auf ihrem aktuellen vierten Album “Architect“. Jetzt gibt es die zweite Single-Auskopplung “Daze”. Und dazu passend das neue Video.

“In “Daze” geht es um hypnotische Sehnsucht”, erzählt Wallis Bird videostatic.com. “Und um eine Liebe, die nie die deine sein wird. Du wachst mit einem leeren Gefühl auf und möchtest deinen Kopf in der Brust von jemandem begraben, oder deinen Verstand in etwas anderem.”

Regisseur Andrew Herwitz drehte den Clip in San Francisco. Ein junger Mann mit Hipster-Bärtchen (Oliver Mellan) schwitzt sich fit beim Laufen, Leiden und Liegestützen. Die Nahaufnahmen und düsteren Blicke deuten an: Oha! Da ist was am Brodeln.

Und richtig: Immer wieder blitzen die Bilder der großen Liebe (gespielt von Molly Mitchell) auf. Let´s get physical. Mal zärtlich, mal leidenschaftlich, mal sandig wüst mit dunklen Untertönen. Doch irgendwie hat es wohl nicht sollen sein. Und nun wird sich abgestrampelt, um zu vergessen.

“Daze” wirkt ein bisschen wie der unglamouröse Gegenentwurf zu Video-Schmachtfetzen wie Chris Isaaks “Wicked Game”. Anstelle von Hochglanz-Optik in schickem Schwarzweiß ist hier alles matt und milchig. Die Farbpalette reicht von einem nebligen “Tatort”-Grau bis zu gedeckten Braun-Tönen.

Es herrscht eine verwaschenene Unbestimmheit. Somit könnte die Liebelei am Strand auch an der Nord- oder Ostsee über die Bühne gehen. Trotz melancholischer Grundstimmung gibt ein paar ulkige Details.

Zum Beispiel der schöne Holzhammer-Umschnitt von gespreizten Schenkeln auf einen überkochenden Kessel.  Hurra! Und natürlich immens wichtig: Der mysteriöse Aschenbecher in Form eines Katzenkopfes. Im direkten Vergleich zum wesentlich flotteren Vorgänger-Clip “Hardly Hardly” ist “Daze” aber weit weniger surreal und geheimnisvoll.

Letztlich bleibt unser Hauptdarsteller alleine auf den Straßen Kaliforniens zurück. Naja. Andrew Herwitz: “I wanted to push our character to his limit and past it, and then leave him stranded face to face with an emptiness he can’t fill up.” Andererseits: “Heute ist nicht alle Tage”, wie schon Paulchen Panther zu sagen pflegte. Und wer weiß, wie es wirklich nach der Abblende weitergeht?

Wallis Bird vor nicht allzu langer Zeit zu unserer rasenden Reporterin Annett Bonkowski im MusikBlog-Interview:

“Ich bin normalerweise eine sehr positive Person, die es bewusst vorzieht mit einer bejahenden Einstellung durch das Leben zu gehen. Und so versuchte ich auch diese negative Erfahrung weniger schmerzhaft zu sehen, indem ich mir all die guten Dinge in meinem Leben ins Gedächtnis rief. Ich habe eine wunderbare Familie, tolle Freunde und ich bin gesund. Also höre auf zu jammern!”

In diesem Sinne:

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