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Jens Friebe – Nackte Angst Zieh Dich An Wir Gehen Aus

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Vor genau vier Jahren erschien Jens Friebes letztes Album „Abändern“, damals noch auf Alfred Hilsbergs Label What´s So Funny About und mit Bassistin Julie Miess – aber dass die neue, fünfte Platte „Nackte Angst Zieh Dich An Wir Gehen Aus“ bei Staatsakt erscheint und  Miess inzwischen festes Bandmitglied bei Mutter ist, sind nur zwei veränderte Konstanten im Friebe’schen Kosmos.

„Nackte Angst…“ – ganz nebenbei ein heißer Anwärter auf den besten Plattentitel des Jahres – ist deutlich düsterer gefärbt als die früheren Werke des Wahlberliners. Zwar kein Konzeptalbum über Angst, wie man vielleicht denken könnte, aber in den Texten geht es auffällig häufig um Endzeitstimmung jedweder Art: Beziehungen enden, bevor sie richtig begonnen haben, der Tod ist mehrfach Thema, zum Beispiel im vorab veröffentlichten „Schlaflied“ oder der Coverversion von Nick Currie/Momus, „What Will Death Be Like“. Doch es ist nicht zu befürchten, dass sich Friebe zum depressiven Goth entwickelt: „Hölle oder Hölle“ und „Sei einfach nicht du selbst“ gehören zu den explizitesten politischen Stücken, die Friebe bis dato gemacht hat; das schon oft live gespielte „(I Am Not Born For) Plot Driven Porn“ dreht sich sehr direkt (und lustig) um Sex.

So unterschiedlich wie die Inhalte ist auch die Musik: Friebe schubst die geneigte HörerInnenschaft schon durch die schiere Reihenfolge der Songs von einer Emotion in deren krasses Gegenteil. Auf den pop-punkigen Einstieg folgt der nachdenkliche Titeltrack, eine schwelgerische Piano- und Geigenballade im Geiste Scott Walkers, das sanfte „Schlaflied“ geht über in treibenden Wave-Pop, und so geht es weiter bis zum Schluss: „Zahlen Zusammen Gehen Getrennt“ ist der melancholischste Ausklang, den man sich denken kann.

Auf diesem Album vereint Jens Friebe seine stilistischen Vorlieben: kunstvolle Lieder am Klavier, bewusst trashig klingende Synthies, Wave, Punk, Pop und großes Drama – keine Widersprüche, sondern unterschiedliche Facetten, die sich zu einem sehr eleganten Ganzen fügen. Dass alles so schlüssig und zusammenhängend wirkt, liegt womöglich auch an der beeindruckenden Gästeschar, die Friebe zu den Aufnahmen gebeten hat: Herman Herrmann am Bass, Justine Electra, Vera Kropf (Half Girl) und Gwendolin Tägert (Mondo Fumatore) als Gastsängerinnen – und last but not least Chris Imler am Schlagzeug, der seit vielen Jahren dem Friebe’schen Sound seinen unverwechselbaren Stempel aufdrückt.

„Nackte Angst…“ führt alle Fäden zusammen, die Jens Friebe schon früher ausgelegt hat. Der Herbst wird dunkel, vielleicht sogar traurig – aber auch glamourös und sexy: Zieht euch an, wir gehen aus!

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