Bear’s Den – Islands

Von kleinen englischen Vorstadtclubs in die riesige Londoner O2-World spielten sich Bear’s Den, die sich 2012 formierten. Sie sind ein Trio aus London und waren viel unterwegs, wo sie glücklicherweise die richtigen Leute trafen. “Der Schlüssel zum Erfolg”, meint Sänger Andrew Davies, der in Joey Haynes und Kevin Jones adäquate Partner gefunden hatte. 2013 veröffentlichten sie zwei EPs und teilten mit Interpreten wie Arcade Fire, Ben Howard, Ed Sharpe, Haim, Of Monsters And Men und Smoke Fairies die Bühnen, wobei der Höhepunkt ihr Auftritt vor Mumford & Sons in der Londoner O2-World war.

Ihr Debütalbum hört auf den schönen Namen „Islands“ und die darauf enthaltenen Songs können wirklich zu kleinen Inseln des Alltags werden, weil Bear’s Den einfache Melodien aus dem Hut zaubern, die mit einer zeitweise euphorisch-rhythmischen Performance unterfüttert werden. Hier geht es um Folk-Pop, der zwischen Mumford & Sons, The Avett Brothers, Stornoway und Snow Patrol fröhlich hin- und herschwankt. Wobei die nachdenklicheren Momente überwiegen. Die werden zwar in Watte gepackt, verlieren dabei aber nicht ihre Ernsthaftigkeit. Wirklich kunstvolle Lieder wie sie z.B. Bon Iver hervorbringt, bleiben bei Bear’s Den die Ausnahme.

Nichtsdestotrotz ist der Folk-Pop des Trios von einnehmender Art, einerseits berührender, andererseits beschwingter Natur. Die Stimme von Andrew Davies ist keine Ausnahmeerscheinung, hat jedoch ergreifende und ausgeruhte Momente, die beim Zuhörer ankommen.

Auch die Instrumentierung ist ganz dem Genre verpflichtet, malt Lyrics und Stimme klangvoll aus oder zieht sanfte bis rhythmisch unterfütterte Melodiebögen, bei denen auch mal eine Trompete zur Fanfare „ Above The Clouds Of Pompeii“ bläst. Oder die Saiten von Akustikgitarre, Banjo und Ukulele zirpen zart, um etwa „Isaac“ oder „Magdalene“ zu umschreiben. Seltener kommt die E-Gitarre zum Einsatz, auf „Think Of England“ übernimmt sie den roten Faden, wird zum Motiv und zieht sanfte Kreise zu den patschend-klatschenden Rhythmen und den gegen Ende beigefügten Bläsersätzen.

Nach etwa einer halben Stunde des Albums bleiben schließlich die Überraschungen bei Bear’s Den aus, es macht sich ein wenig Langeweile breit. Der Spannungsbogen geht etwas verloren und die Songs laufen zu gleichmäßig in die Zielgerade. Dennoch muss den drei Londonern das Prädikat hörenswert verliehen werden, weil sie sich nicht allzu sehr in seichte Folk-Pop-Gewässer begeben und jeder Song mit einer Idee und atmosphärischen Schwingungen erklingt. Mal sehen, wie sie das zweite Album angehen werden.

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