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Clap Your Hands Say Yeah – Live im Postbahnhof, Berlin

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Mit „Only Run“ gab es dieses Jahr ein neues Album von Clap Your Hands Say Yeah und damit auch einen der besten Gründe überhaupt für die Band rund um Sänger Alec Ounsworth zurück auf die Bühne zu kehren. Dabei pendelt die aktuelle Tour zwischen Hauskonzerten und Club-Shows hin und her und testet die Grenzen der intimen Atmosphäre zwischen Publikum und Musikern.

Eine schöne Abwechslung und irgendwie sehr passend für Ounsworth, der ohnehin nur seine Stimme braucht, um alle Karten seiner Künstlerseele offen auf den Tisch zu packen. Wie praktisch, wenn dieser gleich zum Hausstand gehört und nur eine überschaubare Menge Zeuge vom Geschehen wird. Das Konzert im Berliner Postbahnhof zählte zwar zur Kategorie „Club-Show“, an Intimität fehlte es dem Auftritt allerdings ganz und gar nicht. Ohne Absperrung vor der Bühne gab es nicht einmal die obligatorische Trennung zwischen Band und Publikum, so dass auch im gedämpften Licht schnell Wohnzimmer-Atmosphäre aufkommen konnte.

In diesem herrschte anstelle von Langeweile oder Tristesse Unterhaltungsprogramm, das ausnahmsweise einmal keinen Staub angesetzt hatte. Und das, obwohl Clap Your Hands nun schon einige Band-Jahre auf dem Buckel haben. Mit „Only Run“ bewiesen sie jedoch erneut, dass ihr musikalischer Spielraum noch längst nicht erschöpft und die Batterien keinesfalls leer sind. Davon konnte sich auch das Berliner Publikum live überzeugen. Schon kurz nachdem die Band die spärlich beleuchtete Wendeltreppe in Richtung Bühne verlassen und losgelegt hatte, war klar, dass man mit dem Ticket am Einlass wohl gleichzeitig die Lizenz zum Tanzen erworben hatte.

Und dabei galt es höchstens Rücksicht auf die eigenen Gelenke zu nehmen. „I-Love-You-Rufe“ durchbrachen die Stille zwischen den Songs, wenn Ounsworth einmal nicht laut denkend und etwas schüchtern dreinblickend vor dem Publikum stand, dem er durchgängig seinen genäselten Gesang bis ins Mark bohrte. Während seine Stimmbänder sich bis auf’s Äusserste dehnten und sich die Adern am Hals deutlich abzeichneten, machte Ounsworth mit den etwas gebeugten Knien und dem nach oben gereckten Kinn einen leicht verkrampften Eindruck. Die innerliche Anspannung lag bei jeder Silbe spürbar in der Luft, wobei Ounsworth diese versuchte durch häufige Griff an die Mütze, die Brille oder die Nase kurzzeitig abzuschwächen, wenn es denn der jeweilige Song erlaubte.

Ihm selbst fiel mitten in der Show auf, dass er verhältnismäßig wenig mit dem Publikum kommunizierte. Dafür balancierte er lieber hier und da am Bühnenrand herum oder schenkte den Zuschauern ein paar angedeutete Tanzschritte, die in der Ausführung recht zaghaft waren. Was er stimmlich in einer Art Klageruf leidenschaftlich in den Raum hinein sang, imitierte die Gitarre meist mit ebenso großer Intensität. Diese wurde auch von seiner Live-Band aufgegriffen und hielt ihm wie eine Art Pfeiler den Rücken frei, ohne bloßes Beiwerk zum Spiel zu sein.

Sechzehn Songs lang wurde teils hemmungslos getanzt, egal was das Alter auf dem Ausweis sagte. Selbst ein mit Mütze gut getarnter Mehmet Scholl, ein bekennender Fan der Band, befand sich im Publikum und ließ sich die Aussicht auf einen Konzertabend mit den Amerikanern nicht entgehen. Songs wie „Satan Said Dance“, „Is This Love?“, „Some Loud Thunder“ oder Misspent Youth“ durften ausgiebig zelebriert werden und im Anschluss mit einem Zugabenset von weiteren zwei Songs, „As Always“ sowie „Heavy Metal“ gekrönt, bei denen Ounsworth weniger Schüchternheit an den Tag legte als zuvor. Wer im Vorfeld des Abends nicht schon längst überzeugt worden war, der geriet spätestens beim Finale in die Band-Falle und stand der ansteckenden Unbändigkeit beinahe machtlos gegenüber. Gut so!

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