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Clap Your Hands Say Yeah – Only Run

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Clap Your Hands Say Yeah sind ja generell nicht gerade etwas für den kleinen Hunger zwischendurch. Das gilt auch für das ungewöhnlich synthielastige „Only Run“: Entgegen dem Titel eignet sich das 4. Studioalbum der Indie-Jungs aus Brooklyn, N.Y. nicht als Fast Food oder für den Drive-By. Im Gegenteil: Diese Scheibe sollte man, nein, muss man schon mehrmals hören, damit sich der Geschmack voll entfaltet. Sonst könnte sich der Eindruck von unmelodischem Geschrabbel breitmachen, samt unangenehmem Abgang, und das haben Clap Your Hands Say Yeah einfach nicht verdient.

Aber zugegeben: „As Always” ist mit seinem wabernden, verzerrten Sound plus leierndem Gesang nicht gerade ein leichtverdauliches Appetithäppchen. Bei „Blameless” manifestiert sich der Sphärenklang mithilfe maschinenartiger Drums allerdings zu einem handfesten Ohrenschmaus. Auch wenn „Coming Down” danach erst mal wieder den Schwung rausnimmt: Die Stimme von Alec Ounsworth hat jetzt zwar ausgeflüstert und scheint richtig warmgeworden, aber trotzdem kämpft sie sich eher holprig durch den Text. Dabei gab es hier sogar Unterstützung von The National-Frontmann Matt Berninger. „Little Moments” dagegen lässt an Geschmack und Würze nichts zu wünschen übrig: Ein deutlich akzentuierter Rhythmus und Synthiegefitzel schüren die Erwartungen auf mehr.

Als Titelsong sollte „Only Run” wohl ein anständiges Hauptgericht abliefern: Und tatsächlich stellen Clap Your Hands Say Yeah hier etwas sehr Harmonisches zusammen – vor allem im Vergleich mit den doch eher so unruhig wie unkonventionellen Kompositionen vom Rest des „Only Run“-Albums. „Your Advice” verplätschert allerdings schon wieder: Man erwartet den alles verändernden Break, die geschmackliche Explosion. Die kommt nicht, aber appetitlich ist es trotzdem.

Beyond Illusion” liefert nichts Neues, doch das nachfolgende „Impossible Request” kommt für „Only Run“ regelrecht schwungvoll und fast fröhlich daher – wie ein süßes Dessert, wenn man bei der mittlerweile schief hängenden Essen-Metapher bleiben will. Egal, Hauptsache es schmeckt. Das Ohr isst schließlich mit. Und weil „Impossible Request” so nett ist, gibt es eine Alternativversion für alle Vinyl LP-Käufer: ein wenig besinnlicher und melancholischer – ein echter Digestif eben.

Für CD-Besitzer ist „Cover Up” der letzte Song auf „Only Run“. Wie der Titelsong beginnt es mit einem Intro – hier gesellt sich zum gesprochenen Wort auch noch eine an die Golden Twenties erinnernde Orgel. Gefeatured wird dieser Song übrigens von dem kanadischen DJ und Graphic-Novel-Autor Kid Koala an den Turntables.

Was will man sagen: „Only Run“ ist ein gelungenes Menü. Ein Jubiläums-Menü übrigens, denn Clap Your Hands Say Yeah feiern in diesem Jahr ihr 10-jähriges Bandbestehen. Das hat Frontman Ounsworth zum Anlass genommen, um seinen musikalischen Werdegang locker in den Lyrics zu diesem Album zu verbraten.

Generell holt Ounsworth sich ja ganz gern Inspiration von eher schwergewichtigen Idolen wie John Cale, Bob Dylan oder Lou Reed. Was dabei herauskommt, ist nicht eben leichtverdaulich und schnell im Vorbeigehen zu verspeisen. Aber dafür gewinnt „Only Run“ bei wiederholtem Konsum umso mehr an Genuss. Wohl bekomm’s!

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