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DZ Deathrays (Credit Matthias Rüby/MusikBlog)
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DZ Deathrays (Credit Matthias Rüby/MusikBlog)
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DZ Deathrays – Live im Atomic Cafe, München

DZ Deathrays waren bekanntlich im Oktober auf  von MusikBlog präsentierter Deutschland-Tour. Gestern war nach Köln, Hamburg und Berlin die letzte Station im Münchener Atomic Café. Das neue Album „Black Rat“ gibt es seit Mitte August, vor der Tour trieb sich die Band noch auf diversen Festivals rum.

Die Vorband The Rollercostars aus München macht einen sehr guten Job und schafft mit ihrem druckvollen, teilweise an die Sterephonics erinnernden, Sound eine gute Einstimmung. Der aus Irland stammende Schlagzeuger Ollie Purcell ermuntert das noch schüchtern herumstehende Publikum, doch weiter nach vorn zu kommen und begrüßt die ersten, die dieser Aufforderung nachkommen, mit einem freundlichen „It only takes three to start a flash mob“.

DZ Deathrays kommen auf die Bühne und starten zunächst mit den älteren Songs und ohne Tour-Gitarrist Mitch Gregory. Gleich beim ersten Song zeigen sich die Fans von DZ Deathrays mit wildem Hin- und Hergeschubse und nehmen die komplette Fläche vor der Bühne ein. Shane Parsons und Simon Ridley spielen mit gesenkten Köpfen und ohne irgendwelche Ansagen ein Stück nach dem anderen aus ihrem ersten Album „Bloodstreams“ und den ersten EPs (z.B. „No Sleep“).

Dann betritt Mitch die Bühne und mit „Northern Lights“ wird der quasi zweite Teil des Konzerts eingeläutet. Man spürt sofort, wie sich der Sound durch die zusätzliche Gitarre verändert. Auch die Stimmung wird deutlich emotionaler und von einem Rammel-Rock-Konzert zu einem unvergleichbaren Ereignis. Jetzt versteht man, was DZ Deathrays im Interview gemeint haben, als sie über ihre Einflüsse von Elektro-Pop sprachen und ihre Affinität zu Club- und DJ Sound. Ich habe bis dato noch nie eine Gitarre gehört, die so wie ein Keyboard klingen kann. Insbesondere „Northern Lights“ ist für diese Assoziation exemplarisch und berührt sowohl den Hardcore-Metaller als auch den Rock-Skeptiker im tiefsten Innern seines Herzens und des heftig headbangenden Körpers.

Es folgen die weiteren, nahezu alle Songs des neuen Albums „Black Rat“. Der Sound bleibt homogen und man erkennt erst live, wie sehr das zweite Album gegenüber dem ersten dazu gewonnen hat. Mittlerweile steht keiner mehr im Atomic Café still und die Luft ist gefüllt mit einer Mischung aus Schweiß, Testosteron, herumspritzendem Bier und teilweise umher fliegenden Moshern.

Schließlich kommt mit „Gina Works At Hearts“ der siedende Höhepunkt und gleichzeitige Abschluß des kurzen, aber intensiven Auftritts. Die Meute springt nun so wild hin- und her und so bedrohlich nahe an der Bühne, dass man Angst hat, sie würden die Boxentürme rammen oder die Band auf der Bühne umreißen. Da für echtes Stagediving die Bühne zu flach ist und auch nicht genügend Leute im Publikum, lässt sich ein Fan kurzerhand von 5 weiteren hochnehmen und so durch den Raum tragen.

Nach nur einer knappen Stunde und ohne eine Zugabe ist dann leider Schluss. Zum Glück beginnt der DJ gleich unmittelbar und fängt die prall adrenalin-gefüllten Fans einigermaßen auf, bevor sie nach so einem großartigen Konzert in ein depressives Loch fallen.

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