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Mac DeMarco – Live im Heimathafen, Berlin

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So ein Anfang einer Tour kann für Künstler manchmal ganz schön unberechenbar sein. Heisst man dann auch noch Mac DeMarco und einem sitzt 24/7 der Schalk im Nacken, dann lässt sich ohnehin keine Garantie mehr für den jeweiligen Konzertabend aussprechen. Alles ist möglich bei diesem kanadischen Dude, dessen Shows regelmäßig im Ausnahmezustand enden und bei denen aufgrund des hohen Unterhaltungsfaktors während und zwischen den Songs selten ein Auge trocken bleibt. Erst im Frühjahr diesen Jahres schaute er in Berlin vorbei. Da die beengende Club-Dimension schon dort an ihre Kapazitäten stieß, spielte DeMarco dieses Mal im schönen Heimathafen, der dem Ansturm der Fans eher gewachsen schien.

Es dauerte dennoch nicht besonders lang bis auch dieses Mal alle Karten für die Live-Rückkehr des Mac DeMarco vergriffen waren. Viel zu schnell wickelt der Musiker, der mit gebürtigem Namen McBriare Samuel Lanyon DeMarco heisst, seine Zuschauer um den Finger und beweist neben seinen musikalischen Fähigkeiten ein mindestens ebenso komödiantisches Talent. Ganz dem Motto „Selbst ist der Mann“ checkte er kurz vorab der Show lieber noch einmal selbst, ob sein Equipment am rechten Fleck stand und legte ein letztes Mal Hand an, wofür er bereits von Teilen des Berliner Publikums mit fröhlichen Pfiffen und „Mac! Mac! Mac!“ Rufen gefeiert wurde.

Für das richtige Warm-Up sorgte unterdessen der eigenhändig von DeMarco ausgesuchte Support Juan Wauters für hochgezogene Mundwinkel. Mit leichtem Vokuhila, Turnschuhen zum wenig schmeichelhaften Hemd aus der Mottenkiste und froschähnlichen Hopsbewegungen, sang der in Queens beheimatete Gitarrist sich durch eine Hand voll poppig, leicht verschrobener Songs zu denen er gerne den Clown mimte oder den Mädchen in den ersten Reihen zuzwinkerte.

Das ansteckende Lachen seines Kumpels und Musikerkollegen Mac DeMarco schallte schon wenig später bis auf den Rang des Heimathafens, der förmlich aus allen Nähten platzte als die Bühne und das Publikum zum Auftritt des Entertainment-Meisters freudig seine Ankunft erwarteten. Mit „Salad Days“ und „Cooking Up Something Good“ trieb dieser die allgemein heitere Laune der Fans gleich zu Beginn auf eine merklich hohe Stufe, von der das Geschehen den gesamten Abend über zehrte. Die vielen sorglosen Gesichter und beschwingt springenden Beine der Anwesenden hatten an diesem Freitag Abend jedenfalls nicht vor von der Woche gebeutelt eine ruhige Kugel zu schieben.

Und wer wäre ein besserer Dompteur des ganzen Vergnügens als jener Typ, der oben auf der Bühne vor lauter Lachanfällen geschüttelt mit breitem Grinsen fast dauerhaft einen Blick auf sein verschmitzt wirkende Zahnlücke freigab? Eben. Für seine Mühe und dauerhafte musikalische und verbale Bespaßung erntete DeMarco von seinen Fans konstant eine Reihe von Liebesbeweisen. Neben den gängigen Formen wie Applaus, Gejohle oder einer tanzenden Meute direkt vor dessen Nase, flog aber auch schon einmal eine Packung Zigaretten der Marke „Viceroy“ auf die Bühne. Ein echter Fan scheut eben keine Mühen sein Idol noch glücklicher zu sehen. DeMarco ließ es sich daraufhin etwas gerührt nicht nehmen spontan seinen Song „Ode To Viceroy“ anzustimmen.

Mit umgedrehten Baseball-Cap, Latzhose im Army-Look und einem locker an der Gitarre sitzenden Handgelenk schnurrte, brüllte oder croonte sich der Indie-Liebling durch sein Set, das mit „Let Her Go“, Rock And Roll Night Club“, „I’m A Man“ und „Freaking Out The Neighborhood“ zahllose Gelegenheiten bot, um den Ausnahmezustand zu proben. Fans kletterten zwischenzeitlich immer mal wieder zum Crowdsurfing-Hechtsprung auf die Bühne und DeMarco hielt es irgendwann selbst nicht mehr auf der Bühne. Schnell noch die Sonnenbrille aufgesetzt, warf er sich beherzt in die Menge, wurde unterwegs mit einem vollen Bierbecher beschenkt und kehrte nach ein paar Minuten ein wenig ausser Atem zu seinem eigentlichen Spielplatz zurück, auf dem er sogar ein „Smoke On The Water“ Cover einstreute.

Spätestens nach dem Herumturnen über den Köpfen des Publikums war klar, dass kaum noch irgendwelche Regeln existierten und die Show endete kurz darauf im leichten Chaos, was vor allem an den Unmengen an Fans lag, die es für angebracht hielten ebenfalls auf die Bühne zu klettern. DeMarco versuchte zwar dabei nicht selbst unterzugehen und brachte den Song „Still Together“ noch einigermaßen über die Runden, aber musste dann aufgrund des Andrangs selbst die Segel streichen. Dass nicht alle Fans nur humorvolle Absichten hegten, wurde deutlich als ein allzu flinker Gast das Baseball-Cap seines Idols ergatterte und sich damit auf und davon machte. DeMarcos Bitten zum Trotz fand sein geliebtes Cap nicht mehr den Weg zu ihm zurück. Und so endete die Show und damit auch die Bühneninvasion auf Seiten der Fans mit unglücklichem Ausgang für den Kanadier, der auch dieses Mal wieder auf allen Ebenen ein Feuerwerk entzündete.

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