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Panda Bear – Panda Bear Meets The Grim Reaper

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Der Albumtitel lässt auf gruseligen Inhalt schließen: „Panda Bear Meets The Grim Reaper“ – oder als Akronym verkürzt „PBVSGR“ – heißt das fünfte Soloalbum von Animal Collective-Mitglied Noah Lennox alias Panda Bear, das allerdings kein bisschen morbide oder furchteinflößend daherkommt. Vielmehr ist das Treffen von niedlichem, vom Aussterben bedrohten Säugetier und Gevatter Tod Ausgangspunkt eines ungemein fruchtbaren, kreativen, psychedelischen Trips: Boten die Platten des 36-jährigen Wahlportugiesen schon immer außergewöhnliche Erfahrungen (so sind alle Tracks auf „Young Prayer“ von 2004 namenlos, weil Lennox ein ungestörtes Gesamtwerk abliefern wollte), setzt er mit „The Grim Reaper“ geradewegs noch einen drauf.

Panda Bears Arbeit wird häufig mit den Beach Boys in ihrer „Pet Sounds“-Phase verglichen. Gemeinsam ist ihnen beispielsweise die Liebe zu süßen Harmonien bei gleichzeitig hoher Komplexität der Kompositionen sowie eine gewisse Sakralität. Auf „PBVSGR“ stört Panda Bear den Wohlklang mit großer Wonne – freilich ohne in Noise oder Industrial abzudriften, eher in Richtung Avantgarde-Elektronik.

Die erste Single „Mr Noah“, die im Oktober 2014 als Vorab-EP veröffentlicht wurde, verdeutlicht Panda Bears Lust am Experiment: -zig Soundschichten aus dem Jaulen und Bellen eines Hundes und Lennox‘ Vocals bilden peu à peu ein irritierend-faszinierendes Ganzes, das viel eingängiger klingt als sich die Beschreibung liest. Nicht zuletzt wegen seiner tricky Beats ist dieser Track ein direkter Link zu Panda Bears Kooperation mit Daft Punk – er war an der Produktion von „Random Access Memories“ beteiligt.

Die zweite Single „Boys Latin“ verknüpft einen minimalistischen Kraftwerk-Groove mit hippieeskem Gesang, der den Stereoeffekt so genüsslich auskostet, als wäre dieses Wunder der Technik gerade erst erfunden worden – und fast wie nebenbei schraubt sich „Boys Latin“ unlöschbar in Ohr und Tanzbein. Mit dem in seiner zarten Verschwommenheit an Shoegaze-Bands der frühen 1990er Jahre gemahnenden „Crosswords“ und dem mit einer engelhaften Harfe eingeleiteten „Tropic of Cancer“ pflegt Lennox dann doch wieder sein Harmoniebedürfnis, sanft und fragil klingt seine Stimme, wie hingetupft die Instrumentierung.

Hall, mindestens zweistimmiger Gesang und luzide Arrangements sind ja sowas wie Panda Bears Markenzeichen – jedoch nicht ohne Störelemente. Das wie angeschickert vor sich hinschlingernde „Principe Real“ spannt einen Bogen von unbekümmertem Achtzigerjahre-Pop zu neuzeitigem Chillwave, die folkige Sixties-Anmutung von „Selfish Gene“ wird von einem monotonen Beat konterkariert.

„Panda Bear Meets The Grim Reaper“ ist ein famoser Start ins neue Jahr und gewiss nicht der letzte große Wurf des Mr Noah Lennox: Wer mit dem Sensenmann so gut auskommt, hat wahrlich nichts zu befürchten.

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