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Viet Cong – Viet Cong

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Ziemlich kühn für eine Rockband, sich nach den südvietnamesischen Guerillas zu benennen, die  während des Vietnamkriegs gegen ihre Regierung und das amerikanische Militär kämpften – die Bandgeschichte von Viet Cong aus Calgary wäre nämlich für sich allein schon kompliziert genug: Im Dezember 2012 starb Christopher Reimer, Gitarrist der Band Women, mit nur 26 Jahren unverhofft im Schlaf.

Women hatte sich kurz zuvor aufgelöst, womöglich wegen eines handgreiflichen Streits während eines Auftritts. Reimers Kollegen Matt Flegel (Bass), Mike Wallace (Schlagzeug) machten weiter Musik; Flegel spielte außerdem noch zusammen mit Scott Munro in Chad VanGaalens Begleitband. Ausgerechnet nach einem Konzert in Wetzlar (!) fällt der Entschluss zur Gründung einer neuen Band, bestehend aus Flegel, Wallace und Munro, hinzu kommt Gitarrist Danny Christiansen.

Dass die Entscheidung für den Namen Viet Cong heikel und gewagt ist, ist der Band bewusst – und wird von dieser bis dato nicht bereut. Denn Viet Cong entwickeln sich unaufhaltsam zum heißen Scheiß in der Sparte Indie-Rock beziehungsweise „labyrinthischer Post-Punk“, wie sie ihren Stil beschreiben. Nach der Veröffentlichung ihrer Debüt-EP – auf Cassette! – vor zwei Jahren spielten Viet Cong auf mehreren maßgeblichen Festivals wie SXSW und wurden bald vom smarten Indie-Label Jagjaguwar gesignt, auf dem nun auch das selbstbetitelte Album erscheint.

Die sieben Tracks sind so sperrig wie ausgereift: Wuchtige Post-Rock-Elemente treffen auf vertrackten Free Jazz oder No Wave, mal bewusst schief und dissonant, dann wieder wie gemacht für die große Festivalbühne. Bei allem revolutionären Habitus: Die Musik von Viet Cong hat sich über lange Zeit entwickelt und zeugt von Virtuosität und Arbeit gleichermaßen. Kaum ein Stück „funktioniert“ nach üblichen Rocksong-Schemata; die Instrumente steigen nacheinander ein und greifen ineinander, bis der Track den unverwechselbaren Viet-Cong-Stempel trägt. Schneidende Gitarrenparts, nervöse Drums (Drumcomputer und „echtes“ Schlagzeug im Wechsel) und viel Hall auf Matt Flegels Stimme bilden die wichtigsten Parameter, genial arrangiert vor allem im treibenden, atmosphärisch post-apokalyptisch wirkenden „Bunker Buster“. Der Schlusstrack mit dem vielsagenden Titel „Death“ mündet in psychedelisches Noise-Prog-Gewitter – ganz groß.

Wer unbedingt Vergleiche braucht: Interpol zu Anfang ihrer Laufbahn und Albert Ayler hätten bei einer gemeinsamen Session vielleicht so geklungen. Oder Tortoise mit Black Flag. Am Besten aber setzt man sich den kanadischen Guerillas aus Calgary vorbehaltlos aus. Militärisches Vokabular ist im Zusammenhang mit einer Band gewiss unangebracht, aber: Viet Cong überwältigen, ganz ohne Kampf.

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