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Zoot Woman – Live im Lido, Berlin

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Zwei wuchtige Podeste samt Equipment ragen über dem Bühnenboden des Berliner Lidos, in dem Zoot Woman am Abend zum Tanz bitten und Stücke ihres aktuellen Albums „Star Climbing“ vorstellen. Einer ganzen Schar von Leuten sogar, denn die Tickets waren alle vergriffen, bevor die Band auch nur einen Fuß in die Stadt gesetzt hatte.

Schon im letzten Jahr spielten sie im Spätsommer einige wenige Shows rund um die Berlin Music Week in der Hauptstadt und schlichen sich mit schnurrenden Bässen im Elektro-Gewand an die Ohren der Zuschauer heran.

Während der Support Le Very mit zusätzlichen Tänzerinnen und viel Glitzer die Show-Keule schwang und dabei leider selbst bisweilen in den musikalischen Hintergrund geriet, ließen es Zoot Woman zumindest visuell deutlich schlichter angehen.

Mit dem neuen Album live endgültig wieder zum Duo geschrumpft, versuchten sie erst gar nicht, ihrem Auftritt etwas anzudichten, das sich unter Umständen als zu viel erweisen könnte. Da blieben sich die Geschwister Adam und Johnny Blake lieber treu und setzten allein auf die ihnen ohnehin besser stehenden Elektro-Pop-Reize.

Diese entfalteten sich, wie bei den beiden gewohnt, binnen kürzester Zeit. Die Diskokugel über der Publikumsmitte funkelnd, vermochten es Zoot Woman mit vergleichsweise wenigen Mitteln das volle Lido aus dem Dämmerzustand zu rütteln und in freudige Aufruhr zu versetzen. Die ersten Fans lagen sich zu den Songs hüpfend in den Armen, selbst extravagante Moves wurden nicht mehr zurückgehalten und Männer mittleren Alters schwenkten euphorisch ihre Smartphones, um den Moment für immer festzuhalten.

Auf der Bühne hingegen galt die goldene Regel, die zwischen Coolness und Schüchternheit angelegte minimalistische Gestik von Anfang bis Ende des Sets durchzuziehen.

Vor allem Johnny Blake wirkte mit den leicht roten Wangen, dem ernsthaften, fokussierten Blick und seiner insgesamt sehr ruhigen Art wie die lebende Zen-Quelle, die allenfalls mal einen Blick auf den Gitarrenhals wagte oder einen flüchtigen Dankesgruß an die Fans los wurde. Seinem Gesicht konnte man kaum eine größere Regung ansehen, doch hielt das die Zuschauer nicht davon ab, die ihnen entgegen schwappende Zurückhaltung zu imitieren.

Viel lieber kratzten die Schuhsohlen im Takt über den Holzboden und die Fans fanden sowohl bei älteren Songs wie „Grey Day“, „It’s Automatic“ oder „Woman Wonder“ als auch bei dem neuen Material, wie zum Beispiel „Don’t Tear Yourself Apart“, „Coming Up For Air“ und auch „The Stars Are Bright“ schnell den nötigen Groove.

Adam Blake dachte nicht im Entferntesten daran, den Coolness-Faktor seiner Sonnenbrille auch nur für einen Moment lang einzubüßen und so blieb das schwarze Gestell auch bis zu den Zugaben, inklusive „Lonely By Your Side“ auf der Nase.

Johnnys hellblaues Shirt, das mit Dollarzeichen und Diamanten übersät unter dessen gut sitzendem Jacket hervorlugte, wollte nicht recht zum sonst so stilsicheren Sänger passen, der mit seinem aussergewöhnlichen Schuhwerk schon ganze Buchseiten füllte und live immer wieder für modischen Gesprächsstoff sorgte.

Glücklicherweise dreht es sich bei Zoot Woman aber nach all den Jahren ihrer Existenz immer noch allen voran um die Musik. Das spürte auch das Publikum und dankte es den stillen Machern auf ihren Podesten mit einem ansehnlichen Begeisterungsschwall, der immer noch dafür spricht, dass Zoot Woman zum Aushängeschild im Elektro-Pop gehören.

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