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Dan Deacon – Gliss Riffer

RubrikAlben
Künstler*inDan Deacon
LabelDomino

Nimm Dir einen Dan(iel) Deacon – mitsamt Hülle – und stelle ihn vor Deinem inneren Auge in ein passendes Bandgefüge. Hippes Brillchen auf der Nase, hippes Mützchen auf dem Haupt, hippes Rauschebärtchen um die Gusch. Inmitten einer kunterbunten Schar abgeklärter Folk-Genossen, eng umschlungen mit der Akustischen in den Armen, sehen ihn sicherlich die einen; Hinter den Drehscheiben, mit ordentlichem Lasergewitter im Rücken, die anderen. Und genau dort gehört der Mann mit Fug und Recht seit nunmehr einem Dutzend Jahren hin.

Die faszinierende Magie auf dem elektronisch flirrenden „Gliss Riffer“ steuert das Album stets in sichere Geschmacksgefilde. Nicht nur die trügerischen Illusionen und überraschenden Zaubereien selbsternannter Tausendsassa lassen sich aus der verstaubten Ecke einer Trickkiste hervorkramen – sondern eben auch jene Momente, die in ihrer Komplexität eine simple Struktur erschaffen und das Wahre nur im Hintergrund ablaufen lassen. Dan Deacon ist irgendwie ein Zauberer. Sein ganz eigener Trick handelt von verwobenen Elektro-Sounds, die in ihrer Zusammensetzung einem steten Wühlhaufen entsprechen, welcher zu einem alles vereinenden, zusammenhängenden Strom hinführt.

Aus unglaublich vielen Richtungen kommen minimalistisch gehaltene und doch laute erklingende, dynamische Muster feuerwerksgleich herangezischt („Sheathed Wings“). Das Pulver dafür ist aus fassbar organischem Material kleinster Musikelemente zusammengesetzt, die sich der Welt öffnen, von ihren Einflüssen zehren und zugleich neue Spannungsimpulse zu geben imstande sind.

Kleiner Vorgeschmack? „When I was Dying“ wartet etwa mit stimmiger Mehrstimmigkeit, springendem Springbeat und einer Tanzmuskel-zuck-Garantie auf. So einige Kulturen werden in einer handvoll Minuten damit abgehandelt: Von einem beschwörenden Afrikakult bis hin zu auf- und abschwellenden Flimmerbeatwellen haben wir alles in einem Song liebevoll komprimiert, was sich das ravende Herz nur wünschen kann. „Take It To The Max“ steigert das Ganze, möchte es doch Raum für Interpretationen bei sich scheinbar in Rage katapultierenden Instrumentalergüssen geben, ohne ein allzu elektronisches Kalkül dahinter aufkommen zu lassen.

Dieses neue alte Konzept geht auf wie die Zaubertulpe am Morgen: Anders als noch auf den Vorgänger-, gleich aber den Anfangsalben, zeigt sich der amerikanische Klangkünstler auf „Gliss Riffer“ ganz eigen und splitterfasernackt – schlichtweg umhüllt von seinen an(hör)lichen Synthesizer-Gewändern. Der epische Orchesterbeigeschmack, welcher auf dem „America“-Output noch gegeben war, weicht nun für ein paar mehr Solo-Tricks, die sich stets fein weiterentwickeln.

Begeisterung, Begeisterung. Nach einem „Gliss Riffer“-Durchgang zehrt das hartnäckige Gefühl am Rockzipfel, dass Dan Deacon Sandkasten-Buddies mit Noah Lennox aka Panda Bear war. Das mag keineswegs implizieren, dass er sicherlich immer eine Sandschippe draufgelegt hat. Aber in klein Dans Sandburg passieren relativ gleich viele kleine und magische Dinge, die sich dem Großen zuwenden.

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