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Balthazar – Thin Walls

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Never change a winning Bandkonzept. Dass von den lässigen belgischen Herrschaften keinerlei Überproduktionen oder gar -performances zu erwarten sind, beweisen Balthazar auf ihrem dritten Racker einmal mehr. Völlig lässig und breitbeinig mit weit offenem Hosenstall durch die verruchten Gossen der Großen zu laufen, das ist ihre Disziplin – denn sie geben einen drauf.

Zwischen dem Hang zu einer triefend-dramatischen Jack White-Anschlagsdynamik und Arctic Monkeys-Gesangsästhetik hin und her schwingend, taucht das Quintett in eben die Sphäre ein, in welcher sie schon seit „Applause“ geruhsam schwelgen: In einer schlichtweg verschwitzten Qualm-Spelunke machen Balthazar es sich direkt mit einer Whiskeyflatrate und althergebrachten Promillephilosophien bequem. Das Krächzen im Hals sitzt, die gezogenen Töne stimmen – „Thin Walls“ ist einmal mehr so verdammt perfekt unperfekt.

Einfache Mittel, hübsche Wirkung. Auch weiterhin machen die Sänger Jinte Deprez und Maarten Devoldere sich nicht die Mühe, eine voluminöse Stimmenperformance auf das schmierige Parkett zu zimmern. Einmal wieder werden Dir die unerschöpflichen Geschichten von der verdammten Liebe vor die Füße geschnoddert, ohne Eingeständnisse über einen gar verletzten Stolz zu geben.

Über ihren zwielichtigen Verbleib äußern sich Balthazar mittels ihres groovemaschinengesteuerten „I Looked For You“: „I looked in churches, cementeries and bars / I looked in the void between the stars“. In den Bars sitzen die Musiker scheinbar freiwillig länger fest, verdingen sich dort mit gebottelten Gitarren und lasziv gezogenem Gesang. Schnurrt der Bass wie ein fetter Kater und geben lallende Zwischenparts Aufschluss über den wankenden Zustand der Bandmitglieder, so bist Du bei „Nightclub“ angekommen und möchtest unumwunden Deinem imaginären Freund zur Rechten mit einem ordentlichen Maß abgestandenen Bieres zuprosten.

Doch auch die Fidelabgeordnete Patricia Vaneste trägt einmal mehr ihren maßgeblichen Teil zu einmaligen Melodieankern bei. „Then What“ und „Dirty Love“ etwa beweisen, dass die Balthazarin mittels höchster Dur-Tonschichtereien neben dem einen oder anderen wankenden Raufbold auch die Blumenkranzfanatikerinnen eines jeden Festivals auf die liebliche Tanzwiese locken kann. Nebst galoppierenden Gitarren und einem enthusiastischen Trippel-Schlagzeug werden Impulse gegeben, die in eine unerbittlich tanzbare Coolness kippen.

Was hört der reflektierte Hörer aus der geschmackvollen Indie-Welt lieber? Wenig. Völlig klar können eine schunkelmaritime Hafenatmosphäre bei smoothen Drums, unaufhaltbar gediegene Bluesläufe und verstörendes Geigengezerre – hier am Low Fidelity-Zirkus entlangschrammend, dort die großen Momente gebend – überzeugen.

Recht egoistisch lässt sich anhand der zehn „Thin Walls“-Tracks hoffen, dass den Belgiern die Liebesproblemchen so schnell nicht ausgehen. Böse Zungen könnten behaupten: Sie haben – rein instrumental – nicht mehr zu zeigen, nur – rein lyrisch – mehr zu erzählen. Wie dem auch sei. Prost!

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