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José González – Live im Heimathafen, Berlin

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Manche Städte können von Glück reden, überhaupt auf dem Tourplan diverser Künstler aufzutauchen, Berlin hatte im Fall der aktuellen Tour von José González gleich zwei Abende lang am Stück das Privileg, den schwedischen Meister des Indie-Folks zu beherbergen. Mit seinem dritten Soloalbum „Vestiges & Claws“, das im Februar veröffentlicht wurde, kehrte er in die Hauptstadt zurück, um seine neuen Songs gewohnt bescheiden und auf leisen Sohlen im ausverkauften Heimathafen vorzustellen.

Nach seinen beiden ersten Soloalben „Veneer“ und „In Our Nature“, deren Klanglandschaften sich voller Intimität und Sanftheit über die Songs erstreckten, präsentiert sich González nun nicht mehr ganz so zurückhaltend. Das Songvolumen merklich angewachsen, die bewusst geschaffene Nähe dabei aufrecht erhalten und die emotionale Größe erneut aus jedem Ton und jedem Wort dringend, erlebte das Publikum in Berlin einen Künstler, der für den Glanz seiner Musik und auch seiner Show auf jeglichen unnötigen Ballast verzichtet.

Auf der Bühne übt sich der freundliche Singer-Songwriter daher auch darin, alles so schlicht wie möglich zu halten. Um sich herum eine Band aus vier weiteren Musikern geschart, steht González mit seiner Akustik-Gitarre im Zentrum einer kleinen Erhöhung, die sich ohne großes Aufheben über die Bühnenbretter erstreckt. Im Hintergrund bilden fünf einfache Scheinwerfer eine Kette aus indirektem Licht, das den gesamten Abend über in gemäßigter Dosis für eine überaus wohlige Atmosphäre sorgte.

Dazu passend bildete die warmherzige Stimme des brav im Hemd und passender Jacke gekleideten José González auf klanglicher Ebene das wohl schönste Äquivalent. Song für Song schuf dieser zusammen mit seinen Begleitmusikern eine ganze Reihe von behaglichen Schlupfwinkeln, in die man als Zuhörer nur allzu gerne schlüpfte, um darin Zuflucht zu finden. Ganz seinem Naturell als vielseitiger Künstler entsprechend, gab es während der Show nicht nur die Möglichkeit, Songs seiner Soloalben zu hören, sondern obendrein kam das Publikum in den Genuss, auch seiner Arbeit mit Junip in Form des Stücks „Always“ zu lauschen.

Aber auch für die zwei bekanntesten Cover-Versionen seiner Karriere, „Heartbeats“ (The Knife) und „Teardrop“ (Massive Attack), blieb noch genügend Zeit im sehr stimmigen Set. Diese hob er nicht bis zum großen Finale auf, sondern schob sie ohne großes Aufsehen zwischen seine eigenen Stücke. Dabei konnte José auf einen vollen Saal aus Menschen blicken, der ihm mit größtmöglicher Aufmerksamkeit beinahe schon andächtig zusah, wie er sich überaus nonchalant und innig zugleich der Musik hingab.

Zeit und Raum existieren während eines Konzerts von José González nur in Umrissen und werden dank des großen Harmoniefaktors bisweilen ganz ausgeblendet. Artig bedankt sich González wiederholt bei seinen Fans und wendet sich nur ganz vereinzelt mit ein paar mehr Worten an seine gefesselten Zuhörer. Zum Beispiel, wenn er zu einem kurzen Exkurs über sein deutsches Lieblingswort „Zeitgeist“ ausholt, dabei aber keineswegs belehrend wirkt.

Die von ihm ausgehende Ruhe und Entspanntheit seines Wesens ist Ausdruck eines geistreichen Künstlers, der nicht nur musikalisch umsichtig agiert, sondern es auch verbal versteht, seinen wenigen Worten auf der Bühne das nötige Gewicht zu verleihen. Zwei Mal wird González an diesem Abend mit einem euphorischen Applaus zurück ins Scheinwerferlicht geholt und schenkt der begeisterten Menge ein herzliches Lächeln, die zu später Stunde mit dem wunderbaren Doppelpack „Every Age“ und „Leaf Off/The Cave“ noch zwei weitere neue Songs zu hören bekommt. Beim Verlassen des Heimathafens wird man anschließend das Gefühl nicht los, dem eigenen Seelenfrieden, zumindest temporär, ein Stückchen näher gekommen zu sein.

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