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Mich berührt momentan nicht allzu viel Neues – Life In Film im Interview

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Wenn eine aufstrebende Band bereits nach den ersten Auftritten von Fans und Kritikern gleichermaßen in den Himmel gelobt wird, lässt die Veröffentlichung des Debütalbums meist nicht lange auf sich warten. Auch die vier Londoner Indierocker von Life In Film wurden gleich zu Beginn ihrer Karriere mit Lobeshymnen überschüttet. Im Gegensatz zu vielen anderen Newcomer-Bands verzichteten Life In Film aber auf einen Studio-Schnellschuss. Stattdessen fokussierten sich die Insulaner lieber in Richtung Bühne. Ganze zwei EPs durften Fans der Band in den vergangenen sieben Jahren in den heimischen Regalen archivieren. Dieser Tage gesellt sich nun aber endlich das langersehnte Debütalbum „Here It Comes“ dazu. Wir sprachen mit Sänger Samuel Fry über die Gründe des langjährigen Entstehungsprozesses von „Here It Comes“, essentielle Mitnahme-Utensilien für den Trip auf eine einsame Insel und die Tücken des Fahrstuhlfahrens.

MusikBlog: Hi Samuel, ab Freitag steht endlich euer Debütalbum „Here It Comes“ in den Läden; ein Album, auf das eure Fans nun schon seit sieben Jahren warten. Warum hat es so lange gedauert?

Samuel Fry: Es war einfach ein langer Prozess von Nöten, um alles in Einklang zu bringen. Als wir anfingen, haben wir uns zunächst nur auf’s Livespielen konzentriert. Das war uns am wichtigsten. Mit dem Aufnehmen von Songs haben wir uns bewusst Zeit gelassen. Wir wollten erst einmal als Band wachsen und zu einer Einheit werden, in der jeder weiß, wie der andere tickt. Das hat etwas gedauert. Als wir dann an dem Punkt angelangt waren, wollten wir ein vertrauenswürdiges Team um uns herum aufbauen. Das hat auch nochmal viel Zeit gekostet. Irgendwann hat dann aber glücklicherweise alles gepasst.

MusikBlog: Die Medien und eure Fans lagen euch ja jahrelang in den Ohren. Entstand da nicht auch irgendwann ein immenser Druck?

Samuel Fry: Nein, nicht wirklich. Wir wussten zwar, dass die Leute heiß auf ein Album sind, aber innerhalb der Band hat sich nie ein Druck aufgebaut. Ich meine, das erste Album ist das wichtigste. Da sollte man nichts über’s Knie brechen. Sicher, sieben Jahre sind eine lange Zeit. Aber ich denke, dass sich das Warten auch gelohnt hat.

MusikBlog: Die bisherigen Reviews geben dir mit deiner Einschätzung Recht. Alle sind begeistert. Es fallen sogar Namen wie The Smiths und David Bowie. Wie geht ihr mit derartigen Vergleichen um?

Samuel Fry: In erster Linie fühlen wir uns geehrt. Das sind Bands und Künstler, die wir alle in der Band verehren. Ich liebe David Bowie. Seine Musik ist einzigartig. Es vergeht keine Woche in meinem Leben, in der ich mich nicht mindestens einmal mit dem Album „Diamond Dogs“ beschäftige. Diese Platte würde ich wahrscheinlich auch als erstes in meinem Rucksack verstauen, sollte ich mal irgendwann das Verlangen nach einem Leben auf einer einsamen Insel verspüren. (lacht)

MusikBlog: Das klingt nach wahrer Liebe.

Samuel Fry: Die einzig wahre Liebe!

MusikBlog: Gäbe es noch andere musikgewordene Liebschaften, die du in deinem Insel-Gepäck verstauen würdest?

Samuel Fry: „Ok Computer“ von Radiohead würde ich sicherlich auch noch mit einpacken. Und irgendwas Geschmeidiges von Paul Simon. Ich denke, das wäre ein guter Mix für eine einsame Insel. (lacht)

MusikBlog: Nichts Aktuelles?

Samuel Fry: Naja, mich berührt momentan nicht allzu viel Neues. Vielleicht würde ich noch „Carry On The Grudge“, das neue Album von Jamie T, mitnehmen. Vielleicht auch noch irgendeine aktuelle Produktion von Stephen Street, unserem Album-Produzenten. Der hat nämlich den Dreh raus.

MusikBlog: Apropos Stephen Street: Mir kam zu Ohren, dass er nicht die einzige Lichtgestalt war, mit der ihr es in den letzten Monaten zu tun hattet. Stichwort: Ray Davies. Was lief da genau mit der The Kinks-Legende?

Samuel Fry: Oh, du bist gut informiert. Wir haben um Weihnachten rum ein paar Tage in seinem Londoner Studio aufgenommen. Er selbst war aber in den Arbeitsprozess nicht involviert. Irgendwann kam er dann aber mal zur Tür rein und setzte sich zu uns. Das war schon ziemlich beeindruckend und inspirierend. Er war total locker drauf, überhaupt nicht abgehoben oder schnöselig. Ein ganz feiner Kerl. Das sind dann so Momente, in denen man sich selbst auf die Schenkel klopft und einfach nur happy ist, sich irgendwann einmal für die Musik entschieden zu haben. Ich glaube als Beamter oder Handwerker würde ich wohl kaum in den Genuss kommen, mit derart krassen Leuten mal eben so eine Stunde über Gott und die Welt zu plaudern.

MusikBlog: Gab es in den vergangen sieben Jahren auch schon mal eine Situation, in der das anders war? Einen Augenblick, in dem du dir lieber gewünscht hättest, einem „normalen“ Beruf nachzugehen?

Samuel Fry: Eigentlich nicht. Obwohl… Ich bin einmal zusammen mit meinem Bruder und dem kompletten Band-Equipment in einem Aufzug steckengeblieben.

MusikBlog: Ähnliches kann dir als Bäcker oder Postbote aber auch jederzeit passieren, oder?

Samuel Fry: Ja, schon. In diesem Fall war es aber echt heftig. Wir hatten beide richtige Panikattacken. Außerdem waren wir auf dem Weg zu einem Konzert von uns. Da kam dann irgendwie alles zusammen. Das war definitiv ein Moment, in dem ich kurzzeitig dachte: Shit, was mache ich hier eigentlich? Hätte ich nicht etwas Vernünftiges lernen können? (lacht)

MusikBlog: Das Ende von der Geschichte?

Samuel Fry: Ich glaube, wir hingen da bestimmt eine Dreiviertelstunde drin fest. Irgendwann haben wir gegen die Türen getreten und losgeschrien, als hätte man das komplette Gebäude in Brand gesetzt. Das war ziemlich peinlich (lacht). Aber es hat geholfen. Irgendwann hat jemand die Feuerwehr geholt. Und die konnten uns dann glücklicherweise wieder befreien. Ohne das ganze Equipment hätten wir bestimmt die Treppen genommen. Ergo: Definitiv ein Moment, in dem man sich über das Dasein als Musiker beschweren darf, finde ich.

MusikBlog: Demnächst geht’s zusammen mit den Wombats auf große Tour. Schon ein bisschen Angst vor all den unzähligen Hotel-Fahrstühlen, die auf dich und deine Jungs warten werden?

Samuel Fry: (lacht) Nein, nicht wirklich. Es gibt einfach zu viele Dinge, über die mich hinsichtlich der bevorstehenden Wochen freue; da wird die Angst vor eventuell steckenbleibenden Fahrstühlen einfach verdrängt.

MusikBlog: Vielleicht schickst du in Zukunft auch lieber mal deinen Bandkollegen Dominic vor, um gewisse Hürden und Stolperfallen abzuchecken. Der Kerl scheint ja angesichts diverser lustiger Facebook-Videos von euch mit allen Wassern gewaschen zu sein.

Samuel Fry: Das ist eine gute Idee. Ich glaube auch, das sich Dominic die Zeit in einer vergleichbaren Situation eher mit ausschweifenden Tanzübungen vertrieben hätte, anstatt das komplette Gebäude zusammenzuschreien.

MusikBlog: Vielen Dank für das Interview.

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