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Noel Gallagher’s High Flying Birds – Live in der Max-Schmeling-Halle, Berlin

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Schon aus der Distanz war es kaum unmöglich, die bisweilen gut alkoholisierten Fans von Noel Gallagher’s High Flying Birds zu überhören. Je näher man der Berliner Max-Schmeling-Halle kam, umso feuchtfröhlicher wurde die Stimmung und desto mehr schnellte der Lautstärkepegel in die Höhe. Schon unweit des Veranstaltungsortes bevölkerten extra für die Show angereiste Fans aus Großbritannien die angrenzenden Pubs und sangen sich schon einmal für den kommenden Abend warm. Vorzugsweise mit Oasis Songs, bei denen der Mitgrölfaktor am besten gegeben war.

Wenn Noel Gallagher auf Tour geht, verlassen die Briten gerne in Scharen ihre Heimat und folgen, ganz die loyale Meute, ihrem Idol auch bis nach Berlin. In Rudeln von teilweise mehr als einem Dutzend Anhängern auf einmal fielen sie meist lautstark in die Halle ein und ließen keinen Zweifel daran aufkommen, dass sie bester Laune waren. Aber auch die einheimischen Fans sorgten dafür, dass die Bude kurz vor Beginn rappelvoll war. Die Dosis an Pilzkopf-Frisuren war dem Anlass entsprechend hoch. Ebenso wie die nach aussen hin zum Ausdruck gebrachte Liebe zur Mods-Kultur.

Bevor Noel Gallagher die Bühne betrat, flog eine Raubkatze aus Plüsch bester Dinge über den Köpfen der Zuschauer hin und her und vertrieb den Fans die Wartezeit, die scheinbar gut dazu genutzt wurde, sich den ersten Verbrüderungen untereinander hinzugeben. Es wurde mit schwappenden Bierbechern angestoßen und leidenschaftlich über den Meister des Abends diskutiert. Jedenfalls sofern es der Alkoholpegel im Blut zuließ. Andere deckten sich derweil mit Merchandise für alle Lebenslagen ein oder schenkten dem Support Black Rivers Gehör.

Vor knapp einem Monat veröffentlichten Noel Gallagher’s High Flying Birds mit „Chasing Yesterday“ ihr bis dato zweites Studioalbum und knüpften damit musikalisch sowie in Sachen Erfolg in guter Tradition an ihr Debüt an. Die gebuchte Hallengröße versprach zweifelsohne, dass der Ex-Oasis-Kopf allen Grund zum fröhlichen Zwitschern mit seinen Kollegen hatte, mit denen er wiederholt zum  Höhenflug ansetzte. Kaum stand dieser dann auf der großen Bühne und startete nach dem Intro von „Shoot A Hole Into The Sun“ nonchalant wie immer in sein Set, war die Menge ihm auch schon bis in die Haarspitzen verfallen.

Auf eines ist beim passionierten Gallagher-Anhänger stets Verlass. Die Textsicherheit gehört in Fankreisen mindestens ebenso zum guten Ton wie das kühle Bier in der Hand – und den besten Kumpel im Arm – zu halten. Und das am besten gleichzeitig und über die volle Distanz der Show, die sich am Abend in Berlin über stolze zwanzig Songs erstreckte. Der schlagfertige Held der britischen Musikszene versäumte es dabei nicht, neben zahlreichen Songs seiner zwei Solo-Alben auch vereinzelt ein paar geliebte Oasis-Songs einzustreuen.

Dass er mit Klassikern wie „Fade Away“, „Champagne Supernova“, „Digsy’s Dinner“, „Don’t Look Back in Anger“ oder aber auch dem Finale mit „The Masterplan“ goldrichtig lag, bewies die Welle der Begeisterung, die ihm folglich bei allen Songs aus dem Zuschauerraum entgegen schwappte. Das Echo aus den aufgerissenen Kehlen war deutlich bis ans Ende der Halle zu hören. Doch wer nun glaubt, die Fans hätten es ausnahmslos auf Songs wie diese abgesehen, der irrt. Auch das Material von Noels Soloalben wurde gebührend gefeiert und veranlasste das Publikum immer wieder dazu, mit in die Höhe gestreckten Armen diverse Glücksmomente auszukosten.

Noel avancierte auf der Bühne, vor dem Hintergrund einer Leinwand mit hübsch visualisierten Einspielern und live gefilmten Videosequenzen, zum gewohnt cool wirkenden Frontmann, der spitzbübisch das Geschehen vor seinen Augen kommentierte und schelmisch Blickkontakt zu den Fans in den ersten Reihen aufnahm. Dabei blieb ihm immer noch genügend Zeit, den nächsten Witz auszuhecken und eine stimmlich sowie musikalisch nahezu perfekte Interpretation seiner Songs abzuliefern. Der gute Sound sowie seine Routiniertheit machten es ihm einfach, den Konzertabend in eine Art Galavorstellung umzuwandeln.

Die hinterließ bei den Fans auch nachhaltig noch so großen Eindruck, dass selbst wieder draussen vor der Tür angekommen, das Erlebnis mit in die Luft geworfenen Bierbechern zelebriert wurde. Auch wenn die eingefleischten Fans eine Rückkehr von Oasis wohl immer noch nicht abgeschrieben haben, Konzertmomente wie diese machen deutlich, dass Noel Gallagher auch ohne Anhang seines Bruders Liam vollends überzeugen kann und diesen nicht als Sidekick benötigt, um an alte Erfolge anzuknüpfen.

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