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Brian Wilson (Credit Universal Music)

Brian Wilson – No Pier Pressure – Der Meister himself

Die große Kunst des Brian Wilson zu seinen besten Zeiten war es ja, aus einfachen Rock’n’Roll Mustern durch Arrangements und Orchestrierung und durch harmonische Anleihen in der Klassik große, unsterbliche Pop Songs zu machen. „Wouldn’t It Be Nice“, „Good Vibrations“, „Do It Again“, und das größte von allen, „God Only Knows“. Das waren große Kompositionen, mit denen zu der Zeit vielleicht nur noch Paul McCartney mithalten konnte.

Dass er den Balanceakt zwischen Kommerz und Kunst meisterte, war Wilsons größte Stärke, dass er aber zu dieser Form wieder zurückfinden konnte, war unwahrscheinlich. Doch als er 2004 endlich „Smile“ herausbrachte und 2008 „That Lucky Old Sun“, bewies er, dass er immer noch eine Genie ist. Sein neuestes Werk „No Pier Pressure“ steht den Alben in nichts nach. Die Palette an Gastmusikern kann sich auch mal wieder sehen lassen: Al Jardine, David Marks, She&Him, Sebu Simonian, etc.

Nach dem ruhigen Intro „This Beautiful Day“ begeistert der folgende Track „Runaway Dancer“ sofort mit lebhaftem Pop-Sound, tollen Arrangements, mit Background-Chor, und interessanten majestätischen Akkordfolgen, gefühlvoll gesungen.

„Whatever Happnened“ ist ein Stück, das in seiner Ehrlichkeit förmlich weh tut. Simple Worte, die durch ihre Einfachheit umso mehr an Gewicht erhalten. Erschreckend die Intensität, die Größe und Schönheit. Vielleicht liegt es auch daran, dass hier, wie auch auf „The Right Time“, seine beiden (Ex-) Beach Boys Mitstreiter Al Jardine und David Marks mit von der Partie sind. Schon beim Video von „The Right Time“ kann man erahnen welche Freundschaft diese Großmeister verbindet. Was wäre noch alles als The Beach Boys möglich, wäre da nicht der Super-Egomane Mike Love, der Reunions immer wieder initiiert, um sie danach wieder auf recht ungalanate Art und Weise wieder zunichte zu machen.

„Sail Away“ kommt vom den Arrangements recht flott daher, mit berührende Zeilen unterlegt, dies noch von herrlichem Harmoniegesang begleitet, um dann schließlich in der typischon „Wilson-Genialität“ zu münden. Das Schlusslied „The Last Song“ wirkt spielerisch und doch zutiefst melancholisch, man spürt förmlich, wie sich der Meister verabschiedet. Für immer? Hoffen wir nicht, denn von all den neuen Musikern, die heutzutage unaufhaltsam aus dem Boden sprießen, haben vielleicht eine Handvoll das Talent dieses Genies namens Brian Wilson.

Eigentlich fehlen einem nach dem fünften Hören des kompletten Albums immer noch die richtigen Worte für dieses perfekte neue Brian Wilson Album. Ein Ohrwurm folgt dem Nächsten, eine geniale Akkordfolge nach der anderen, wunderbare Melodien wie nicht von dieser Musikwelt und der wie immer perfekte Harmoniegesang von Al Jardine und David Marks. Das Album hat Poesie und berührt zugleich und ist voll von unglaublich schönen musikalischen Momenten.

Dass Brian Wilson so ein Werk mit 72 Jahren aufgenommen hat, ist wirklich unfassbar. Diese Langrille wird meinen Plattenteller so schnell nicht wieder verlassen. Wie schon bei „Pet Sounds“ oder „Smile“ muss man dieses Album die vollen 45 Minuten am Stück genießen. Perfekter Pop vom „Meister himself“.

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