Generic selectors
Exact matches only
Search in title
Search in content
Search in posts
Search in pages
Courtney Barnett (Credit Annett Bonkowski/MusikBlog)
Courtney Barnett (Credit Annett Bonkowski/MusikBlog)
Courtney Barnett (Credit Annett Bonkowski/MusikBlog)
Courtney Barnett (Credit Annett Bonkowski/MusikBlog)
Courtney Barnett (Credit Annett Bonkowski/MusikBlog)
Courtney Barnett (Credit Annett Bonkowski/MusikBlog)
Courtney Barnett (Credit Annett Bonkowski/MusikBlog)
Courtney Barnett (Credit Annett Bonkowski/MusikBlog)
Courtney Barnett (Credit Annett Bonkowski/MusikBlog)
Courtney Barnett (Credit Annett Bonkowski/MusikBlog)

Courtney Barnett – Live im Heimathafen, Berlin

Courtney Barnett marschiert mit ihrem Debütalbum „Sometimes I Sit And Think, Sometimes I Just Sit“ gerade im Sturmschritt auf und davon, wenn man sich ihre Entwicklung ansieht. Im letzten Jahr noch in kleinen Clubs unterwegs, reicht diese Kapazität nun längst nicht mehr aus, um die Nachfrage des Publikums zu stillen. Auch der Heimathafen musste bereits im Voraus „ausverkauft“ vermelden und schon beim Betreten des Saales war nach ein paar Metern Schluss.

Wer noch eine Lücke in der Menge erspähte, schlüpfte unmittelbar hinein, um am Ende nicht traurig in die Wäsche zu gucken. Für das Album-Motto war in Sachen Sitzen und Denken wohl eher der gleichzeitig ausgestrahlte Tatort zuständig. Wer in den Heimathafen gekommen war, wollte lauter und vor allem unmittelbarer unterhalten werden. Nach dem Support Fraser A. Gorman, der mit seinen folkigen Klängen wohlwollend vom Publikum aufgenommen wurde, drängte die Menge dann noch ein bisschen dichter zur Bühne heran.

Diese war von großflächig aufgespannten, weissen Tüchern so abgedeckt, dass man fast den Eindruck gewinnen konnte, Courtney & Co gewährten den Fans einen Blick in den bandeigenen Kokon. Durch diesen drang gerade noch genügend Sauerstoff, um der Band das Spielen zu ermöglichen und so stürzte sich das Trio bestehend aus Gitarre, Bass und Schlagzeug in den Eröffnungstrack „Elevator Operator“ und hob sich damit gleich noch ein Stück weiter empor. Derweil liefen im Hintergrund hübsche, dezente Visuals über das unschuldige Weiss des zusammengenähten Stoffhintergrunds.

Das ganze Set über strahlte die Band, allen voran Courtney, eine ungemeine Lässigkeit aus. Nur zwischen den Songs, wenn die Songwriterin aus Melbourne in kurzen, humorvollen Ansagen den Kontakt zum Publikum suchte, merkte man ihr die Freude über das ausverkaufte Haus deutlich an. Im breiten australischen Akzent dankte sie den aufmerksam zuhörenden Fans, die das Glück hatten die letzte Show der Tour zu erwischen. Einige Male zwischendurch hagelte es Szenenapplaus für die drei Musiker, deren Attitüde aus Nonchalance bestens ankam.

Courtney im Streifen-Shirt, Boots und mit Wuschelmähne auf dem Kopf ließ sich merklich in den Songs fallen und schrammelte sich liebenswürdig durch insgesamt vierzehn Songs. Das Haar immer zum Schütteln bereit und die Gitarre im Anschlag wirkte Barnett ihrem Auftreten nach so, als hätte sie die Europa-Tour erst noch vor sich. Trotz der Größe des Heimathafens versprühte die Atmosphäre während des Konzerts Garagen-Charakter,  nur dass die Band nicht zum Proben gekommen war. Die Songs saßen nämlich auf den Punkt da, wo sie hingehörten.

„Don’t stop listening, I’m not finished yet. I’m not fishing for your compliments“ heisst es so schön im Track „Debbie Downer“. Das hätte Barnett auch nicht nötig. Wenn es nach den Fans gegangen wäre, hätte Courtney wohl auch niemals aufgehört ihre teils humorvollen, teils nüchternen Erzählungen auf die Menge loszulassen. So erfreuten sich die Zuschauer an Stücken wie „Dead Fox“, „Avant Gardener“, „Depreston“ oder auch „Pedestrian At Best“ und genossen im Anschluss zwei weitere Zugaben, wie das großartige The Lemonheads Cover „Being Around“ und den Rausschmeißer des Abends „Nobody Really Cares If You Don’t Go To The Party“.

Der Weg runter vom heimischen Sofa hinein in den Heimathafen hat sich gelohnt. Das war fast schon im Vorfeld klar und wurde durch die schmissige Show nur noch bestätigt. Die Songs wurden ihrem In-Your-Face-Charakter live bestens gerecht, ohne sich jemals aggressiv in den Gehörgang zu bohren und gerieten immer nur so viel ausser Kontrolle, dass man beim Tanzen noch mit beiden Beinen auf dem Boden blieb. Genau dort, wo Courtney Barnett, ihrer sympathischen Art nach zu urteilen, im immer größer werdenden Höhenflug ihrer Karriere ebenfalls geblieben ist.

Schreibe einen Kommentar