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The Notwist – Live im Salon, Istanbul

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Was macht man nicht alles als aufstrebendes Musikmagazin, um eine seiner Lieblingsbands zu sehen. The Notwist, einer der MusikBlog All-Time Favs, waren in München schon lange ausverkauft, als von City Slang die Nachricht kam „Leider keine Gästelistenplätze mehr“. Schnell noch bei Flo von Alien Transistor nachgefragt – gleiches Ergebnis. Also, in den Tourplan geschaut, Flugtickets gebucht, und ab nach Istanbul, wo Notwist gestern und heute im Salon, İKSV (dem Istanbuler Kulturzentrum) spielten.

Exakt pünktlich zum verkündeten Konzertbeginn 22:30 Uhr begann das für die Tour mit Max Punktezahl und Karl Ivar Refseth, einem norwegischen Vibrafonisten, zum Sextett angewachsene Ensemble. Auf der Bühne des sehr gut gefüllten, überschaubar großen Salons, wurde es damit etwas eng, insbesondere, wenn alle Musiker dem Beispiel von Markus Acher mit seinem typischen Körper-Hin- und Herschaukeln folgten.

Der Opener „Good Lies“ vom 2008er „The Devil, You + Me“ nahm den Konzertverlauf bereits vorweg, beinhaltete er doch alle Elemente des Notwist’schen Elektro-Rock (früher gern als Indietronic bezeichnet): Typische Indie-Gitarren, mal sanft, mal forsch, kombiniert mit groovigen Elementen aus House, Dance und sogar Techno-Anleihen sowie dem typischen, stoischen Gesang von Markus Acher.

Dementsprechend wechselt die Setlist zwischen rockigen Stücken wie „Kong“ und elektronischen wie „Close To The Glass“ vom gleichnamigen Album. Aber auch gefühlvolle Nummern wie „Gravity“ waren zu hören und natürlich wurde der Notwist Überhit „Pick Up The Phone“ ebenfalls nicht ausgelassen.

Die Intensität des Konzerts stieg mit der Luftfeuchtigkeit im Saal, was jedoch z.B. den neuen Keyboarder Cico Beck (Martin Gretschmann aka Console hat die Band leider letztes Jahr verlassen) nicht dazu bewegen konnte, seine langärmlige Kapuzen-Jacke auszuziehen. Wie üblich stand die Musik im Vordergrund und außer einem höflichen „Teşekkürler“ (Danke auf Türkisch) kommunizierte Markus Acher kaum mit dem Publikum. Dieses erwies sich jedoch auch in Eurasien als enthusiastisch und textsicher.

Die Spielfreude der Band ist absolut außergewöhnlich. So sind Instrumentenwechsel sogar während der Stücke nichts Ungewöhnliches. Vibrafonspieler Karl Ivar Refseth bediente sein Instrument hingebungsvoll mit immer mindestens zwei Mallets (den Schlagstöcken) pro Hand. Drummer Andi Haberl, der tief, fast auf Bühnenbodenhöhe agierte, erreichte fast schon Swans-artige Intensität.

Nach 70 Minuten war der Hauptteil beendet, aber Notwist liessen sich nur wenige Minuten lang zur Zugabe bitten und starten mit „Neon Golden“, welches in ein fast 30-minütiges Medley aus mehreren Titeln übergeht. Dieses geriet zu einem zwischenzeitlichen Sound-Inferno inklusive einem Großeinsatz von technoiden Bassschlägen und Voice-Loops, bei denen Cico Beck die von Markus Acher gesungene Zeile „different cars and trains“ aus „Pilot“ bis zum Exzess sampelte.

Auf diese großartige Performance folgte allerdings noch eine zweite Zugabe, bei der The Notwist die Zuschauer gefühlvoll mit „Consequence“ und „Gone Gone Gone“ auf einen wehmütig-melancholischen Nachhauseweg einstimmten. Bei den Autoren bleibt die Gewissheit, dass sich eine Reise zu einem Notwist Konzert immer lohnt, und sei sie auch noch so weit.

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