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The Notwist – Close To The Glass – Bayrische Superhelden

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Notwist sind die Helden der deutschen Indieszene. Sie haben mit „Indietronic“ eine neue Musikkategorie geschaffen, haben mit „Neon Golden“ einen musikalischen Meilenstein gesetzt, als einer der wenigen deutschen Bands den internationalen Durchbruch – auch in Amerika – geschafft und nicht zuletzt bewiesen, dass man es auch aus der bayrischen Provinz nach fast ganz oben schaffen kann.

Entsprechend hoch könnten die Erwartungen an ein neues Album nach 6 Jahren sein, wenn es in der Zwischenzeit nicht schon diverse Veröffentlichungen der zahlreichen Nebenprojekte gegeben hätte. So hat Lali Puna, die Band von Gitarrist und Sänger Markus Acher und seiner mittlerweile Ehefrau Valerie Trebeljahr, mit „Our Inventions“ in 2010 ein absolutes Überalbum angebliefert. 13 & God, das Projekt von Notwist und der US Hip-Hop Band Themselves hat außerdem 2011 das Album „Own Your Ghost“ veröffentlicht.

Vorab gab’s den Song „Kong“ mit einem Video vom in London lebenden, japanischen Designers und Animationsregisseurs Yu Sato. Das Video zeigt im Wesentlichen einen vor von überall her einbrechendem Wasser fliehenden, kleinen Jungen. Dies geht offenbar auf Kindheitserinnerungen von Markus Acher zurück als nach ein paar regnerischen Tagen in Weilheim der dortige Fluß Ammer über die Ufer trat und das Städtchen in Ausnahmezustand versetzte. Markus Acher, seinerzeit Comic-Fan, stellte sich vor, wie ein Superheld names Kong plötzlich auftaucht und ihn und seine Familie aus dieser dauernassen Misere rettet. „Kong“ erzählt uns also die Geschichte eines Superhelden, der als Befreier der auf dem Land durch die Natur eingesperrte Jugend auftritt.

Superhelden haben The Notwist schon lange nicht mehr nötig, sie haben sich nämlich rechtzeitig selbst befreit. „Kong“ ist nicht nur ein lupenreiner, schnörkelloser Radiohit ist, sondern kommt auch in bester Yo La Tengo Manier daher. Yo La Tengo, eine amerikanische Indierock-Band aus New Jersey, die ihre Höhepunkte Ende der 90er Jahre hatte, ist bekanntlich ein großes Vorbild von Notwist. Nicht nur die Provinzherkunft vereint die beiden, sondern auch die Kombination von großen Gitarrenhymnen mit elektronischer Melancholie und monotonem Gesang. Und genau da ist Notwist auch am besten aufgehoben und verdient seinen internationalen Status. Neben dem großartigen „Kong“ schaffen dies zum Beispiel „Seven Hour Drive“ und „Run Run Run“. Für meine Begriffe etwas zu elektronisch-experimentell sind jedoch der Titelsong „Close To The Glass“ und das knapp 9 Minuten lange „Stepping‘ In“. Auch der vorletzte Titel „Lineri“ ist etwas verspielt geraten.

Auf „Close To The Glass“ gönnen sich Notwist, anders als noch auf dem Vorgänger „The Devil,You + Me“ teilweise sehr eingängige Melodien und nur mit etwas zu verzerrten Gitarren oder dem teilweise sehr aufdringlichen, ewig stoischem Gesang von Markus Acher wird der Sprung in die Mainstream-Hitparaden verhindert. Aber genauso wollen es die Fans ja auch. Die Musik von Notwist schafft eine eigenartige Vertrautheit und strömt eine „Heimeligkeit“ aus, wofür man dann vielleicht eben doch die Abgeschiedenheit von den lauten und hektischen Großstädten dieser Welt braucht.

Nur die entrückte Dramatik in den Songs, wie man sie zum Beispiel in „Pick Up The Phone“ von dem 2002er Album „Neon Golden“ oder in „Chemicals“ vom ’98er „Shrink“ hörte, vermisst man etwas. Aber die kann man mittlerweile auch, ganz unheldenhaft, bei Lali Puna hören.

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