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Patrick Watson – Love Songs For Robots – Zweiseitiger Atmo Overkill

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“Wir sind die Roboter” das hatte der französische Philosoph La Mettrie schon vor 267 Jahren erkannt. In seinem Buch „Der Mensch als Maschine“ legt er – kurz gesagt – dar, dass alles menschliche Handeln und Fühlen nur das Resultat komplexer biochemischer Prozesse ist. Der Mensch wäre demnach quasi genauso mechanisch wie z.b. ein Uhrwerk.

Nicht einschlafen! Geht gleich los mit der Plattenbesprechung. Patrick Watson hatte einen ähnlichen Gedanken. Er kam allerdings zu dem Schluss, dass Neugier und Inspiration den Menschen immer noch vom Computer bzw. Roboter unterscheiden. Und da es der 36-jährige Kanadier, der ja eigentlich eine vierköpfige Band unter seinem Namen ist, liebt, seine Alben gerne mal mit ein bisschen Programmatik zu unterfüttern, geht es bei seinem aktuellen fünften Album „Love Songs For Robots“ genau um diese Thematik.

Aber gut. Kann man auch direkt wieder vergessen, denn zum Hören des Albums braucht man diesen Überbau eigentlich nicht. Jeder Song steht für sich und ist natürlich auch ohne größere gedankliche Klimmzüge hörbar. Was aber natürlich auch nicht ausschließen soll, dass sich interessierte Menschen in „Was will uns Patrick Watson damit sagen?“-Diskussionsforen zusammenfinden können.

Ok, genug schwadroniert. Eigentlich fängt das Album gut an. Der anschwellende Klang am Anfang des Titelstücks saugt einen direkt in eine wattig gestaltete Klangwelt mit schön relaxter Atmosphäre. Gut abgehangene Gitarren, nett schräge Soundspielereien, laid back gespielte Beats und diverse andere originelle Instrumentierungseinfälle setzen den markanten Gesang Watsons wirksam in Szene. Luftig und zuweilen auch ein wenig fragil.

Immer wieder tauchen in den Songs unerwartete Wendungen auf. So wird es im Mittelteil von „Bollywood“ sogar mal ein bisschen flotter und lauter. Genauso wie in „Hearts“, in dem quasi aus dem Nichts eine Art Pop-Reggae-Einschub den „Folk meets irgendwas“-Charakter des Songs charmant aufbricht. „Grace“ ist für mich ein Highlight des Albums. Ein Song mit attraktivem Retrocharme, eigenwilligen Sounds und einem mitsingfähigen Bab Bab Bab-Chor gegen Ende. Fein abgeschmeckt mit einer kleinen Prise Solo-Beatles. Aber wirklich nur einer kleinen. Netter Song.

Und dann? Ab dem sechsten Stück „Circles“ beschleicht einen leider das Gefühl, dass Patrick Watson ein bisschen der Faden abhanden gekommen ist. Atmosphäre wird gern mal zum Selbstzweck und dabei bleibt dann der Song schon mal auf der Strecke. Die Stücke werden zunehmend länger und strukturell inhaltsloser. “Know That You Know” streift mit seinen sieben Minuten achtzehn … Hm, nun ja, relativ deutlich die Grenze zur Langeweile. Dito die sechseinhalb Minuten von „Turn Into The Noise“. Auch wenn man den Stücken einen gepflegten Late Night –Charakter in Rechnung stellt, gibt’s da doch deutlich spannendere Alternativen.

Ok, vielleicht sehen Roboter das ja wiederum anders. Kann aber auch sein, dass sich nach so viel atmosphärischer Üppigkeit irgendwann mal der Sahnekuchen-Effekt einstellt. Nach dem fünften Stück, braucht man eben erst mal wieder ein Wurstbrot. Veganer/Vegetarier mögen sich hier entsprechende Alternativen denken. Möglicherweise hat Patrick Watson das Album gemäß den zwei Seiten einer LP bewusst in zwei Hälften geteilt. Ich für meinen Teil werde es dann wohl beim Abspielen der ersten Seite belassen. Irgendwie schade.

Ach ja, weitere Informationen zum Thema Gefühlsleben von Robotern und Maschinen siehe Futurama, Isaac Asimov, John Sladek usw.

Gez. Rezibot Jösä X/32axz

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