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Villagers – Live im Babylon, Berlin

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Ein guter Film verspricht im besten Fall Intensität, Gefühlstiefe und eine fesselnde Atmosphäre. Dass man für eine Vorstellung dieser Art aber nicht regungslos in den Kinositz gedrückt mit Popcorn in der Hand ausharren muss, lehrten einen Villagers bei ihrem neuerlichen Besuch in Berlin. Conor O’Brien und seine Bandkollegen füllten das traditionsreiche Filmtheater Babylon mit Leichtigkeit, in dem das Publikum über eineinhalb Stunden allen Grund hatte wie gebannt auf das Geschehen vor sich zu blicken.

Anlässlich der Tour zum neuen Album „Darling Arithmetic“ spielte O’Brien ein ergreifend schönes Set voller intimer Momente, in dessen Rahmen sein letztes Werk vollständig aufgeführt wurde. Allein damit hätte der irische Songwriter viele seiner Musikerkollegen locker an die Wand gespielt. Hinzu kamen jedoch noch Stücke seiner Vorgängeralben „Becoming A Jackal“ und auch „{Awayland}“, die voller Empfindsamkeit und Nachdruck ziemlich deutlich belegten, welch durchdringende Kraft seine Songs besitzen.

Die Zuschauer im große Saal hingen förmlich an den Lippen O’Briens, der jeden Ton seiner Songs passioniert aus seiner Kehle freisetzte und im Zusammenspiel mit Harfe, Akustikgitarre, Kontrabass, Keyboard und Schlagzeug eine musikalische Dichte voll emotionaler Tiefe erzeugte, die nur wenigen Künstlern auf Anhieb gelingt. Das Publikum wagte sich jeweils während der Songs nicht auch nur annähernd diese unmittelbar aufgebaute Nähe zu stören und würdigte das Bestreben des Künstlers mit einer andächtigen Stille, die nach jedem Lied in einem tosenden Applaus mündete.

Wie kaum ein anderer Künstler seiner Generation schaffte es O’Brien den Spannungsbogen an diesem Abend auf faszinierende Weise so weit zu dehnen bis sich alles punktgenau über dem Zuhörer entlud. Ob ganz allein oder zusammen mit seiner Band – der Villagers Kopf hat die Gabe sowohl inhaltlich als auch stimmlich seine Gefühle und Gedanken auf höchstem Niveau zu transportieren. Gleichzeitig wurde besonders auf dieser Tour deutlich, dass die Form der Songs dabei nicht an feste Arrangements gebunden sind. Ältere Stücke wie „That Day“ oder „Pieces“ wurden passend zur schlichten Schönheit des neuen Albums umarrangiert, ohne dass die neuen Versionen an Aussagekraft verloren.

So ganz wollte O’Brien den gesamten Abend dann aber doch nicht auf leisen Sohlen bestreiten und bot mit „Little Bigot“ sowie „The Waves“ einen stilistischen Sturm aus Grooves und einer anschwellenden Lautstärke, die ihres Gleichen suchte und der Bandbreite seines Könnens zum wiederholten Male den Stempel aufdrückte. Kurz vorher zersprang man innerlich dagegen förmlich bei Songs wie „Memoir“, „My Lighthouse“ oder „Hot Scary Summer“, deren Innigkeit und Größe sich erhabend bis in den letzten Winkel des Saals ergoss.

Und gerade als man sich in der Gewissheit wog, dass das eben gehörte Schauspiel kaum formvollendeter hätte sein können, kehrte O’Brien für drei weitere Zugaben zurück auf die Bühne und beendete den überwältigen Abend schließlich mit „Courage“, das einmal mehr die immense Aufrichtigkeit und Stärke seines Songwritings zum Ausdruck brachte. Stehende Ovationen waren der Villagers Bande nach dieser Show so sicher wie das Gefühl, dass man von Conor O’Brien auch in Zukunft noch einiges mehr zu erwarten hat, dem es sich lohnt entgegen zu sehnen.

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