Kopecky – Drug For The Modern Age – Bittersüßer Pop

Heute in unserer beliebten Serie „Bands mit sieben Buchstaben und dem Nachnamen der Sängerin als Bandname“: Kopecky. Möglich wurde das, in dem sie ihren Namen von Kopecky Family Band – den sie 2012 auf ihrem Debutalbum „Kids Raising Kids“ noch hatten – auf ein griffigeres Kopecky verkürzten. Verwandt oder verschwägert sind sie eh nicht. Und kennengelernt haben sie sich somit auch nicht auf Omas 80. Geburtstag, sondern an der Uni.

Mit „Drug For The Modern Age“ hat das Sextett aus der amerikanischen Musikmetropole Nashville jetzt sein zweites Album veröffentlicht. Ganz so modern ist das Age musikalisch allerdings nicht, denn die Produktion des Albums ist schon deutlich vom Pop der Achtziger Jahre inspiriert. Hörbar im hall-lastigen Breitwandklang, den Synthesizer-, Drum- und Gitarrensounds und auch dem Songwriting. Sogar die berüchtigte Gated-Snare kommt zuweilen zum Einsatz.

Eine klanggewordene RTL Achtziger-Show ist das Album aber definitiv nicht. Dafür sorgen immer genug aktuelle Indie-Kanten im Songwriting, die dem Album genügend Eigenwürze geben. Pop ist natürlich das Schlüsselwort des Albums. Und guter Pop lebt von guten Melodien. Und die haben Kopecky. Hörbar zum Beispiel in den Refrains des discofizierten „My Love“, von „Real Life“ oder „Vancouver“.

Textlich geht’s bei ihnen fast ausschließlich um die Licht- und Schattenseiten von Liebesbeziehungen und Artverwandtem. Und anscheinend haben sie da aus eigener Erfahrung einiges zu berichten, denn laut Sänger Gabe Simon sind diverse Bandmitglieder seit Veröffentlichung ihres Debuts durch einige emotionale Untiefen gegangen, die es jetzt galt, textlich zu be- und verarbeiten.

Die besondere Stärke der Band ist der Doppel- und Wechselgesang von Kelsey Kopecky und Gabe Simon. Neben den bittersüßen Texten wohl mit einer der Gründe, warum sie von vergleichsfreudigen Musikjournalisten in den Staaten gerne als die neuen Fleetwood Mac bezeichnet werden. Aber Woodmacsky sind Kopecky garantiert nicht. Das wäre eher eine Äpfel-Birnen-Gleichung.

Zugegeben meine Reaktion ging beim ersten Hören noch in die Richtung: „Jo nett, aber…“. Bei mehrmaligem Hören wickelt einen „Drug For The Modern Age“ allerdings dann doch schon um den Finger. Man entdeckt originelle Details in den Stücken und kapituliert vor dem Charme ihrer Melodien. Jedenfalls kommt das Album genau richtig zum Sommer. Denn da passt es auch hin.

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