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Castival 2015, Elbufer Dresden

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Da war der gute Casper nun in den vergangenen Jahren auf so vielen Festivals Headliner und trat so oft als Special Guest bei befreundeten Musikern auf, dass er in diesem Sommer ein eigenes Castival organisierte. Nicht stationär wie seine Kumpels von Kraftklub mit ihrer Kosmonaut Veranstaltung, sondern sechs Abende mit wechselnden Gästen an verschiedenen Standorten, praktisch ein Wander-Festival, gedacht als krönender Abschluss seiner gefeierten „Hinterland“-Tour.

Das Castival machte am Samstag in Dresden Station. Am schönen Elbufer mit Blick auf die Altstadt gelegen, bot die Location ein wunderbares Ambiente für die zu erwartende Show und die 38 Grad des Tages sollte nicht das letzte sein, was an diesem 4. Juli in Dresden heiß werden sollte. Zunächst hieß es jedoch für die Besucher, die Hitze vor dem Eingang zu verkraften, der Einlass verschob sich wegen umfangreicher Umbaumaßnahmen auf dem Gelände um eine Stunde. Gegen den Flüssigkeitsverlust wurde vom Veranstalter reichlich kostenlos Wasser zur Verfügung gestellt, später wurden die Massen vor der Bühne mit einem Schlauch gekühlt, wahlweise in Form einer Sprinkleranlage oder als Komplettdusche.

Kaum hatten sich die Tore geöffnet, kam auch schon Wanda auf die Bühne. Nachdem die Österreicher am letzten Wochenende beim Kosmonaut-Festival noch krankheitsbedingt passen mussten, zeigten sie sich bei diesem Konzert gesundheitlich wieder voll auf der Höhe der Zeit. Mit viel Amore spielte sich die fünf überwiegend durch die Songs ihres letzten Albums, welches in ihrer Heimat Platz 2 der Charts erreichte und eine „Wandamania“ auslöste. „Luzia“, „Kairo Downtown“ – die mit viel Wiener Schmäh vorgetragenen Nummern kamen beim Publikum gut an, allerdings musste Sänger Michael Wanda auf den bei Klubkonzerten üblichen Ritt auf dessen Händen zur Bar verzichten, die Getränkeversorgungsstation war schlicht zu weit entfernt. So gab es zum Abschluss bei „1, 2,3,4“ noch einen Gesangswettbewerb zwischen Jungen und Mädchen, dann war Teil eins des Abends schon wieder vorbei.

Kurzer Umbau und Bosse betrat umjubelt das Terrain und startete mit „Du Federst“ gleich ordentlich durch. Der nach Einschätzung vom Gastgeber beste Tänzer der Stadt bewies wie auf seiner ausverkauften Kraniche-Tour nicht nur wunderbare Live-Qualitäten, sondern bestach dazu auch als Entertainer. So erfuhren die Damen, dass eine Berührung einer Gitarre zur Schwangerschaft führt und er gern ordentlich einen säuft. Dass er sich in den letzten Jahren mit Herz und Kopf in die Köpfe der Fans gespielt hat, konnte man nicht zuletzt daran festmachen, dass nicht nur beim Radio-Hit „Schönste Zeit“, sondern während des gesamten Sets beinahe jeder Refrain beim Auditorium sicher saß. Bosse spielte mit seiner tollen Band nicht nur Stücke vom letzten Erfolgs-Album, sondern mit „Roboterbeine“oder „3 Millionen“ auch älteres Material, bis er sich nach 45 Minuten ausgepumpt verabschiedete. Der Auftritt des Braunschweigers war mehr als ein Support, was wiederum den Festival-Charakter der Veranstaltung unterstrich und damit hartnäckige Meinungen vertrieb, wobei es sich bei den Castivals nur um ein Open-Air Konzert mit zwei Vorbands handeln würde.

Inzwischen waren die 12.000 Besucher eingetroffen, das Festival war ausverkauft, noch einmal so viele genossen auf den angrenzenden Brücken und den Elbwiesen das Spektakel. Ein wenig Geduld war noch gefragt, dann war es soweit. Kurzes Intro, die Band entert die Stage, Casper kommt zuletzt, springt im Stil einer Flipperkugel über die Bretter, das Publikum steht gleich im Ascheregen und das tut es gern. „Ein Drittel Heizöl, zwei Drittel Benzin“ – lauthals basteln sie mit dem Rapper am Molli und „ich war hier nie willkommen“ trifft auf diesen Abend ganz sicher nicht zu.

Die Energie, die Cas auf der Bühne verbreitet, steckt an, vergessen sind die fast 40 Grad des Tages, alle Arme sind oben, von der Stage knallt Hit auf Hit. „Auf Und Davon“, „Alles Endet (Aber Nie Die Musik), „Casper Bumaye“ „Ganz Schön Okay“ – das Konzert hat kaum begonnen, da hatte es sich für einige Kreisläufe schon wieder erledigt, die Security hat ordentlich zu tun, die sehr jungen Fans aus dem Pulk zu bergen. Sein Lieblingssatz „Ihr seid wunderschön“ fällt früh, klar ist auch, welchen Dresdnern der stets politisch korrekte Wahlberliner seine Ansprache zum Thema Toleranz vor „Alle Mittelfinger hoch“ widmet.

„Ariel“, „Michael X“ und das selten gespielte „Unzerbrechlich“ aus seiner Anfangszeit – der Casper Auftritt hat schon etwas Best-of Charakter. Zwischendrin viel Effekte, Pyrotechnik, Rauchfontänen, Konfettikanonen. Nach „Der Druck steigt“ verschwindet der Protagonist, um folgend bei „Blut sehen“ auf einem kleinen Podest in der Mitte der Meute wieder aufzutauchen. Dort wird noch „Halbe Mille“ performt, dann geht es Retour, „Die Letzte Gang Der Stadt“ folgt, „So Perfekt“ und das „Grizzly Lied“ stimmen auf das Ende der Show ein. „Hinterland“ gibt es noch, dann verschwinden die Jungs von der Bühne. Natürlich dauert es nicht lange, bis mit „Alaska“ die ersten Klänge vom Zugaben-Block erklingen, an dessen Ende Casper ziemlich erledigt den Zapfenstreich verkündet.

Als er seine Gäste in die noch recht junge Nacht verabschiedet, konnte Casper sich sicher sein, dass dieser Abend anschließend noch für ausreichend Gesprächsstoff an den Elbwiesen und in den Bars der Neustadt sorgen wird.

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