Iceage haben vorgestern ihre neue Single „Ember“ inklusive Musikvideo veröffentlicht. Der Song stammt von ihrem neuem Album „For Love Of Grace & The Hereafter“, das am 29. Mai via Mexican Summer erscheint.

Wer hätte gedacht, dass ausgerechnet Iceage, Kopenhagens liebste Apokalyptiker, eines Tages ein Album über Liebe aufnehmen würden? Und dann auch noch eines, das strahlt.

Seit über 18 Jahren taumeln die fünf Musiker gemeinsam durch Songs, die fast auseinanderfallen – und sich im letzten Moment wieder zusammenraffen. Ihr sechstes Studioalbum „For Love Of Grace & The Hereafter“ und die zugehörige Single „Ember“ setzen diesen Impuls fort, schärfer und kompakter als je zuvor.

Aufgenommen im Silence Studio, einem bescheidenen Haus im ländlichen Schweden nahe der norwegischen Grenze – genau dort, wo die Band 2014 schon „Plowing Into The Field Of Love“ einspielte.

Kein Zufall: Man wollte dieselbe intensive Energie wiederbeleben. „Die Songs mussten unmittelbar, drängend, roh und schnell sein“, erklärt Sänger Elias Rønnenfelt. „Das Einfangen von Energieausbrüchen ist das, was uns am meisten begeistert.“

Minimale Overdubs, Entscheidungen live getroffen, Texte erst wenige Wochen vor Studiobeginn geschrieben – Kontrolle durch bewussten Kontrollverlust.

Heraus kommt ein Album, das weit entfernt ist von dem, was Iceage zuletzt hören ließen: Wo „Seek Shelter“ (2021) laut MusikBlog-Review noch „ein düsteres Porträt von Gewalt, Kapitalismus und Drogen“ zeichnete, klingt „For Love Of Grace & The Hereafter“ fast schon wie eine – wenn auch schroffe – Umarmung.

Wortlose Schreie, bösartig verstimmte Riffs, die sich zu Harmonien winden, Handklatschen und ein chaotischer Chor-Break, der scheinbar auf Pennywhistles gespielt wird: keine kuratierten Einflüsse, kein gesuchter Sound, nur die Summe aller Inspirationen, offen geteilt im Zeichen der Freude am Spielen.

„Ember“, der Album-Opener, beginnt scheinbar ziellos – ein Glockenspiel treibt die Melodie voran, bis der Song plötzlich losbricht wie ein Auto, das die Handbremse vergisst.

Rønnenfelts „I love you in an ominous way“ ist ein Moment beunruhigender Direktheit, bevor die rosarote Melodie in kontrolliertes Chaos übergeht.

Das zugehörige Video, inszeniert von Ira Rønnenfelt und der Band, ist eine düstere Collage aus Bengalos, Flaggen, Graffiti und rätselhafter religiöser Symbolik. Kunstfertig arrangierte Szenen wechseln abrupt mit Ausschnitten einer Partynacht und Bildern der Musiker, die entspannt auf einem Feld mit Schafen verweilen.

Das alles beschwört eine Ästhetik herauf, die stark an die britische Serie „Skins“ erinnert – fragmentiert, leicht fiebertraumartig und irgendwie trotzdem schön.

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