Fly Golden Eagle – Quartz Bijou – Nashville lebt

In Zeiten des digitalen Overkills blutet auch eine Stadt wie Nashville zunehmend aus. Im ehemals analog regierten Musik-Mekka hat der Bits-und-Bytes-Produktionshype längst das Ruder übernommen. Die Opposition ist in der Minderheit. Wenn sie allerdings die Kräfte bündelt, erstrahlen kurzzeitig helle Sterne über der ehrwürdigen Stadt in Tennessee. Dann erinnert man sich wieder an Zeiten, in denen Menschen als gelernte Bäcker, Maler und Versicherungskaufleute in Nashville eincheckten und als gestandene Handmade-Musiker wieder auscheckten.

Eines dieser Widerstandskollektive hört auf den Namen Fly Golden Eagle. Gegründet im Jahr 2007 ziehen die fünf Verantwortlichen nun schon seit fast zehn Jahren durch die Lande und predigen den guten alten Rock’n’Roll. Aufgepeppt mit intensiven Psychedelic-Rock-Elementen und diversen Einspritzern aus den Bereichen Glam, Funk, Punk und Gospel kämpfen die goldenen Adler gegen den drohenden Untergang ihrer Heimatstadt an. Dafür haben sie mit ihrem neuen Album “Quartz Bijou” eine „Waffe“ im Gepäck, die jedwedem Unheil aus der Digi-Welt die lange Nase zeigt.

Urbane Grooves, extraterrestrische Klanglandschaften und hippieske Hammond-Sphären halten problemlos dagegen. Hier springen Vinyl-Fetischisten, Kotelettenträger und Schlaghosensammler vor Begeisterung im Dreieck, wenn sich hypnotisierende Spacerock-Juwelen wie “Stepping Stone” oder “Tangible Intangible” aus den Boxen schälen.

Mit beeindruckenden Retro-Moves nehmen die Fly Golden Eagles jede Hürde. Hier wird nicht gestolpert. Hier wird geflogen; und das hoch hinaus. Spätestens nach der Woodstock-Hymne “Horse’s Mouth” weht in den Straßen von Nashville ein Wind voller Erinnerungen. Alles ist wieder beim Alten. Nashville ist tot? Nix da. Solange Bands wie die Fly Golden Eagles im Stile einer musikalischen Bürgerwehr durch die Gassen ziehen, ist noch lange nichts verloren. Go Eagles! Go!

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