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President Bongo – Serengeti – Nachts in der Savanne

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Kaum zu glauben welchen Output an hochwertiger Musik das kleine Island produziert. Vielleicht, weil die Insel in Sachen musikalischer Früherziehung vorn liegt, vielleicht sind es die vielen lange und dunklen Abende, an denen genug Zeit zum Üben bleibt. Nicht nur die Flaggschiffe Sigur Ros und Björk liefern Qualität, auch in der Breite findet genreübergreifend alles auf hohem Niveau statt. Neben der klassischen Band Formation ist auch Reykjaviks quirlige Club-Szene daran beteiligt.

Gus Gus sorgen dort und anderswo seit neun Alben mit elektronischen Beats für schweißtreibendes Tanzvergnügen, deren Gründungsmitglied Stephan Stephensen aka President Bongo beendete nach 20 Jahren die Zusammenarbeit mit seinen Kollegen. Der umtriebige Allrounder aus Hafnarfjordur geht schon länger eigene Wege, ist Produzent und DJ, arbeitet mit Trentemøller zusammen oder widmet sich Remixen beispielsweise für Róisín Murphy. Sein Nickname President Bongo fußt auf einem Familienbesuch in Afrika, in Gabun stand gerade die Wiederwahl von Omar Bongo an, und Stephenson kam bepackt mit Präsidenten-Merchandise nach Hause zurück.

Mit DJ Margeir bildet er das Live-Projekt Gluteus Maximus und betreibt zusammen mit seinem Kumpel das eigene Label Radio Bongo, auf dem er nun sein Debut „Serengeti“ erscheint. Unterstützt wurde er bei der Produktion von verschiedenen Künstlern, die unter dem Sammelbegriff Emotional Carpenters u.a. für die Fotos zuständig waren.

Üblicherweise geht er musikalisch dahin, wo es weh tut, verschmilzt in seinen Sets House und Techno zu einer hypnotischen Fusion aus treibenden Beats und vertracktem Minimal, frickeliger Elektronik und Ambient. „Serengeti“ klingt anders. Nämlich wie ein experimentelles Club-Album, in dem gängige Strukturen außer Kraft gesetzt sind. Das Cover visualisiert treffend das, was den Hörer auf den acht Tracks erwartet: das Dunkle, das Mystische einer Nacht, aus der geheimnisvoll-fluoreszierende Faszination herausschimmert.

Mit dem Intro „Maestrale“ beginnt die Reise mit elegischen Streichern, danach klingt das vom Schifferklavier getragene „Scirocco“ wie ein musikalischer Kommentar zum Reisebericht eines Nordländers durch die endlose Savanne. Bongos beherrschen „Mezzogiorno“, lediglich elektronische Klangfetzen und Gitarren-Anschlägen zerschneiden das voodoo-hafte Trommeln.

Alles findet und entfernt sich ähnlich dem, was The Knife bereits mit Sounds veranstaltet haben. Die Klänge werden hypnotischer, „Greco“ setzt die sich beständig steigernde Spannung elektronisch fort. Spätestens am Ende des Tracks ist Stillstehen nicht mehr möglich, einmal von der unsteten Melodie gepackt, entkommt man ihr so wenig wie einst „Nnnaaammm“ von den Einstürzende Neubauten.

„Ponente“ bringt eine kurze Atempause,  „Tramontana“ erreicht mit epischen dreizehn Minuten die nächste Trance-Stufe, „Libeccio“ kann Soundtrack für einen Psycho-Schocker sein und wenn „Levante“ am Ende mit seinem dramatischen Cello in die Nacht entlässt, möchte man sich in der Dunkelheit festkrallen.

Der Aufbau der Platte scheint President Bongos eigenes Sonnensystem zu sein, mit kurzen Songplaneten außen und den dicken Brocken im Kern. In der Dreiviertelstunde, in der „Serengeti“  läuft, begibt man sich dort gern auf eine Umlaufbahn.

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