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Special Request – Modern Warfare – Reset-Modus aktiviert

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DJ und Produzent Paul Woolford ist zurück, zumindest unter seinem obskuren Deckmäntelchen namens „Special Request„. Der britische Tanzmusik-Veteran aus Leeds kredenzt uns mit „Modern Warfare“ eine dreiteilige EP-Serie, die als Paket genommen neun Tracks umfasst, von denen jeder einzelne seinen eigenen Mikrokosmos bildet.

„Amnesia“, eindeutig der Lead-Track der neuen Platte, gibt den Ton an für die folgenden Songs an: ein basslastig kreiertes Soundgemisch, ein Gefühl von Erster-Generation-Rave, Jungle und Hardcore. Paul Woolford stellt jedoch einmal mehr unter Beweis, dass seine Sound-Kreationen immer auch eine progressive Auslegung moderner Soul-Musik sind, zu hören etwa bei „Reset It“, „Damage“ und „Elegy“. Vielleicht auch eine Hommage an die gute, alte Zeit, als DJs noch Manieren hatten und Teil einer Underground-Kultur waren, die für gesellschaftliche Freiheit kämpfte, aber auch dieses exzessive Lebensgefühl anstrebte.

In gewisser Weise ist Paul Woolford die Inkarnation des Techno-DJs von übermorgen, er gibt dem Fortschritt in der „Disk-Jockey-Szene“ ein Gesicht. Als DJs noch Magier waren, unter deren Händen Musik in immer neuere Formen transformiert wurde, galt das Plattenmixen als großes Geheimnis, dessen Rezeptur nur derjenige kannte, der das Kunstwerk perfekt beherrschte. Heute, wo in jeder kleinen Kellerbar Plattenspieler herumstehen und bereits Sprösslinge das Einmaleins des schnöden Knöpfedrückens und Rädchendrehens beherrschen und sowieso kaum noch jemand den Status Quo in der elektronischen Musikindustrie durchblickt, ist es ungleich schwerer geworden, sein tägliches Brot zu verdienen und vor allem für Überraschungsmomente zu sorgen.

Diese kann „Special Request“ unter den virtuellen Plattennadeln durchaus hevorzaubern. Wenn wir so weit gehen wollen, Paul Woolford als Schamanen unter den DJs zu bezeichnen, tun wir ihm durchaus nicht unrecht. Gleichsam als hätte er den Negativ-Trend erkannt, propagiert er den unerschütterlichen Glauben an Fortschritt („Reset It“), denn Stagnation bedeutet immer zugleich Rückschritt, der der Szene – gerade im Zeitalter der Digitalisierung und Flüchtigkeit – nur ein Dorn im Auge sein kann.

Paul Woolford schickt uns mit „Modern Warfare“ auf eine Reise, dessen Ziel jedoch keine Wohlfühloase sein kann. Es ist eine beschwerliche Odyssee, eine Improvisation durch sämtliche Musikgenres und Soundvariablen, gewollte Eintönigkeit („Peak Dub“) trifft ungewollte Variation („Tractor Beam“) trifft Stimmgewalt („Damage“). Kritiker werden „Special Request“ vielleicht Unentschlossenheit vorwerfen, Liebhaber hingegen das bunte Potpourri an musikalischer Vielfalt loben. Für welche Seite man sich auch entscheiden mag: „Modern Warfare“ ist hörbar und das am besten mehrmals hintereinander. Dann hat man sich vielleicht auch für einen Lieblingstrack entschieden und Paul Woolfard hat sich auf die Festplatte eingebrannt. „Special Request“ – den Namen kann man sich merken.

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