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Wir waren total ausgebrannt – Boy And Bear im Interview

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In Australien grüßt das neue Boy & Bear-Album „Limit Of Love“ bereits von der Pole Position der Albumcharts. Hierzulande wird das gute Stück sicherlich nicht ganz so steil gehen, auch wenn die vier Kiwi-Folkrocker Dave Hosking (Gesang, Gitarre), Killian Gavin (Gitarre), so wie die beiden Brüder Tim (Schlagzeug) und Joe Hart (Keyboard) mit ihrem neuesten Studiowerk durchweg Beeindruckendes abliefern. Und das, obwohl die Band diesmal für die Dauer der Songwriting- und Albumproduktionsphase nahezu alle bisherigen Standards über Bord geworfen hat. Was genau los war im Hause Boy & Bear verrät uns Drummer Tim im Interview.

MusikBlog: Hi Tim. Zunächst einmal: Glückwunsch! Euer neues Album „Limit Of Love“ steht derzeit an der Spitze der australischen Albumcharts. Was für ein Gefühl ist das?

Tim Hart: Es ist ein unbeschreibliches Gefühl. Ich meine, wir hatten eigentlich nie einen Plan im Kopf. Wir wollten immer nur die bestmöglichen Songs schreiben, mit dem Paket dann auf Tour gehen und ein bisschen Spaß haben. Dass es irgendwann einmal dermaßen knallt, hätten wir nie erwartet. Das ist schon ziemlich krass.

MusikBlog: Wie erklärst du dir euren Erfolg?

Tim Hart: Keine Ahnung. Die Leute scheinen einfach zu mögen, was wir machen. Ich würde jetzt nicht behaupten, dass wir irgendein musikalisches Rad neu erfunden hätten. Vielleicht ist der Mix, der die Leute fasziniert. Wenn ich während unserer Konzerte ins Publikum schaue, sehe ich langhaarige Rocker, Männer und Frauen mit Folk-Shirts, Hippies und Normalos. Unsere Musik scheint also viele verschiedene Menschen zu erreichen. Das ist wahrscheinlich der Schlüssel.

MusikBlog: Lass uns über euer neues Album sprechen. Ihr habt euch in der Vergangenheit immer auf die Songwritingkünste eures Sängers Dave verlassen. Diesmal lief alles anders. Erzähl doch mal.

Tim Hart: Wir definieren uns in erster Linie als Live-Band. Das bedeutet, dass wir die meiste Zeit des Jahres auf Tour sind. Während dieser Zeit findet Dave normalerweise immer genug Zeit für sich; Zeit, die er hauptsächlich für das Schreiben neuer Songs nutzt. Im letzten Jahr haben wir den Bogen aber etwas überspannt. Nach über 170 Shows waren wir alle total ausgebrannt. Nichts ging mehr. Auch nicht bei Dave. Er hatte kaum Ideen sammeln können.

Alles war irgendwie too much. Wir standen also ziemlich dumm da. Da war dieses Verlangen nach einem neuen Album. Aber es gab keine neuen Songs. Mit dieser Situation mussten wir erst einmal fertigwerden. Glücklicherweise kam während dieser Zeit der Kontakt zu unserem späteren Produzenten Ethan Johns (Ryan Adams, Kings Of Leon, Kaiser Chiefs) zustande. Gemeinsam mit ihm entwickelten wir eine Art Kollektivkonzept. Jeder sollte in den Entstehungsprozess des neuen Albums mit eingebunden werden. So konnten wir Dave entlasten.

MusikBlog: Und das hat einfach so funktioniert?

Tim Hart: Naja, wir mussten uns natürlich erst einmal in die Materie einarbeiten. Aber letztlich griff ein Rädchen ins andere. Und am Ende hatten wir unser erstes richtiges Band-Album am Start. Das war schon ein tolles Gefühl.

MusikBlog: Auch die Arbeit im Studio soll diesmal anders abgelaufen sein.

Tim Hart: Ja, in der Tat. Wir hatten uns für dieses Album vorgenommen all die Live-Energie unserer Shows mit in die Aufnahmen einfließen zu lassen. Ethan kam dann schließlich mit dem perfekten Vorschlag um die Ecke. Er riet uns davon ab, in Blöcken aufzunehmen. Stattdessen wollte er, dass wir die Songs komplett live einspielen.

MusikBlog: Klingt nach einer Herausforderung.

Tim Hart: Oh ja, das war wirklich alles andere als einfach. Wir hatten alle ganz schön die Hosen voll. (lacht)

MusikBlog: Warum eigentlich? Im Grunde ist es auf der Bühne doch nichts anderes, oder?

Tim Hart: Nein, da hast du recht. Auf der Bühne kennt man es aber nicht anders. Im Studio ist es dann doch schon wieder Neuland. Das ist irgendwie schwer zu beschreiben. Vielleicht hatten wir auch einfach nur Schiss davor vor Ethan zu verkacken. (lacht)

MusikBlog: Habt ihr ja glücklicherweise nicht – zumindest wenn man das Endresultat betrachtet.

Tim Hart: Naja, zwischendurch…

MusikBlog: …ging es auch mal in die Hose?

Tim Hart: So in etwa. Aber ich denke, das gehört auch dazu. Für uns alle war das ja irgendwie komplettes Neuland. Hier und da mussten wir dann noch einmal von vorne anfangen. Aber schlussendlich waren wir total happy mit der Entscheidung.

MusikBlog: Demnach könntest du dir vorstellen in Zukunft nur noch so zu arbeiten?

Tim Hart: Auf jeden Fall. Wenn man live aufnimmt, fängt man ganz andere Energien ein. Wenn der Take passt, präsentiert sich ein Groove, den man sonst nur schwer hinbekommt. Das war schon eine wichtige Erfahrung für uns alle. Ich wüsste nicht, warum wir für das nächste Album wieder einen Schritt zurückgehen sollten.

MusikBlog: Habt ihr euch auch diesmal wieder am Strand von New South Wales auf die anstehenden Arbeiten vorbereitet?

Tim Hart: Ja. Ohne unser Beach-House geht nichts mehr. (lacht)

MusikBlog: Was ist so besonders an dieser Location?

Tim Hart: Es ist das Gesamtpaket, das uns immer wieder in seinen Bann zieht. Da ist dieses Haus, der Strand, die Wellen und diese unendliche Weite.

MusikBlog: Klingt eher nach dem perfekten Sommerurlaubsort.

Tim Hart: Ja, da ist was dran. Aber für uns bedeutet dieser Ort noch viel mehr. Dort finden wir die Ruhe, die wir brauchen, um uns wieder zu fokussieren. Es gibt kein Stress, kein Zeitdruck und niemanden, der uns über die Schultern guckt. Es ist schlichtweg das Paradies für jeden, der sich kurz vor dem großen Auftritt noch einmal sammeln will.

MusikBlog: Mit eurem neuen Album geht’s demnächst wieder auf Tour. Wird es wieder so ein Marathon wie im vergangenen Jahr werden?

Tim Hart: Es wird ein Marathon! Aber ein etwas kürzerer, hoffe ich. Ich glaube, dass wir im vergangenen Jahr viel gelernt haben. Wir kennen jetzt unsere Grenzen. Nichtsdestotrotz werden wir ordentlich Gas geben.

MusikBlog: Vielen Dank für das Interview.

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