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Und plötzlich ist da nichts mehr – Claire im Interview

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Rückblick: London, 2013. Bei den deutschen Elektro-Pop-Newcomern Claire läuft es richtig gut. Ihr Debütalbum „The Great Escape“ tummelt sich in den nationalen Top 50 und die Band befindet sich auf ihrer ersten Auslandstournee in England. Alles super, alles toll. Doch dann der Schock: Der Bandbus ist weg! Geklaut? Oh ja. Und zwar nicht von irgendwelchen Londoner Kleinkriminellen, sondern von einer professionell agierenden litauischen (!) Schmugglerbande. Glücklicherweise führt Monate später ein anonymer Tippgeber die Behörden auf die richtige Spur. Das Ende vom Lied: Die Diebe können gefasst, und ein Großteil des gestohlenen Equipments der Band sichergestellt werden. Dieser Tage werden Claire-Fans nun in zweierlei Form über die Ereignisse von vor zwei Jahren aufgeklärt. Zum einen veröffentlicht die Band die musikalische Aufarbeitung der Geschehnisse im EP-Format („Raseiniai„). Und zum anderen gibt’s auch noch einen gleichnamigen Kurzfilm obendrauf. Wir sprachen mit Gitarrist Florian Kiermeier über die wohl bis dato aufregendsten Monate der Bandgeschichte.

MusikBlog: Hi Florian, als ich meiner Frau gestern die Hintergrundgeschichte eures neuen Doppel-Projektes näherbrachte, schüttelte sie nur ungläubig mit dem Kopf. Inwieweit habt ihr die Ereignisse mittlerweile verarbeiten können?

Florian Kiermeier: Die Hochphase des Ganzen ist ja nun schon knapp zwei Jahre her. Der Puls hat sich also wieder etwas beruhigt. Infolge der Arbeit an der EP und dem Drehen des Kurzfilms kamen natürlich zwangsläufig wieder viele Gefühle, Emotionen und Erinnerungen wieder hoch. So richtig entspannt darüber plaudern können wir wahrscheinlich erst in ein paar Jahren. Dafür war das einfach zu heftig.

MusikBlog: Welcher Schock sitzt denn noch am tiefsten?

Florian Kiermeier: Es ist das große Ganze, das noch immer nicht so richtig aus unseren Köpfen will. Angefangen vom Busklau in London, über das Tippgeber-Mysterium, bis hin zur Fahrt nach Litauen, wo wir unsere gestohlenen Sachen wieder eingefangen haben. Das sind alles Dinge, die man normalerweise nur aus dem Fernsehen kennt.

MusikBlog: Ok, verstehe. Lass uns noch einmal zurückblicken. Der Busklau: Wie habt ihr davon erfahren?

Florian Kiermeier: Unsere Tourmanagerin rief uns an jenem Londoner Morgen an und sagte uns, sie könne den Bus nicht mehr finden. Die ist eigentlich eine ganz Zuverlässige. Also waren wir erstmal ziemlich verwundert. Wir haben ihn dann aber auch nicht gefunden. Und nach ner Weile wurde uns dann klar, dass er weder abgeschleppt noch irgendwie umgeparkt wurde. Der wurde einfach gezockt.

MusikBlog: Wie ging es dann weiter?

Florian Kiermeier: Wir mussten dann wohl oder übel den Rest der Tour canceln, was extrem ätzend war, da wir noch richtig gut besuchte Shows vor der Brust hatten.

MusikBlog: Ihr seid dann also erst einmal wieder zurück nach München.

Florian Kiermeier: Genau.

MusikBlog: Ohne Equipment und ohne Bus.

Florian Kiermeier: Exakt. Das war eine ganz schwierige Phase für uns. Ich meine, wir haben immer all unser Geld in unsere Backline gesteckt. Alles, was wir verdient haben, ging immer komplett in die Band rein. Und plötzlich ist da nichts mehr. Das haut einen erst einmal ganz schön um.

MusikBlog: Kann ich mir vorstellen. Ein paar Monate später erreichte euch dann ein anonymer Tipp.

Florian Kiermeier: Das war total abgefahren. Plötzlich hieß es von unserer Booking-Agentur, jemand hätte sich via Telefon und Mail gemeldet. Der Bus und unsere Sachen wären wohl in Litauen – genauer gesagt in der Stadt Raseiniai. Daraufhin haben wir natürlich alle involvierten Behörden wieder eingeschaltet. Und in Raseiniai wurde man dann tatsächlich fündig.

MusikBlog: Wow!

Florian Kiermeier: Krass, oder? Wir sind dann jedenfalls nach Litauen gefahren und haben die Sachen wieder mitgenommen.

MusikBlog: Hat man da nicht auch ein bisschen Muffensausen?

Florian Kiermeier: Eigentlich nicht. Dafür war die Freude über die Rückkehr unserer Backline einfach zu groß. Letztlich war es sogar eine total schöne Reise. Ich meine, wann kommt man sonst schon mal nach Litauen? Das Land, die Leute: Das waren immens einprägsame Momente für uns.

MusikBlog: Ende gut, alles gut?

Florian Kiermeier: So in etwa (lacht). Nur die Sache mit dem anonymen Tippgeber hat sich bis heute nicht aufgeklärt.

MusikBlog: Vielleicht war es ja ein Involvierter, der beschissen wurde.

Florian Kiermeier: Möglich. Wir wissen es immer noch nicht.

MusikBlog: Um das Kapitel nun endgültig abzuschließen, habt ihr euch nicht nur für die Veröffentlichung einer EP sondern auch für die Produktion eines 30-minütigen Kurzfilms entschieden. Warum?

Florian Kiermeier: Auf der EP verarbeiten wir die ganzen Geschehnisse musikalisch. Das musste natürlich angegangen werden. Wir sind ja eine Band. Irgendwie reichte das aber nicht. Es gab noch so viele ungeklärte Bilder in unseren Köpfen. Also haben wir uns mit der Idee einer fiktiven Story auf die Suche nach einem geeigneten Produzententeam gemacht. Und mit der Regisseurin Teresa Hoerl und ihrer Mannschaft haben wir dann glücklicherweise das perfekte Team dafür gefunden.

MusikBlog: EP oder Film? Hand aufs Herz: Was hat mehr Spaß gemacht?

Florian Kiermeier: Beide Produktionen liefen großartig. Allerdings war der Film wesentlich anstrengender. Wir hätten nie gedacht, dass der Dreh eines halbstündigen Films derart viel Zeit und Arbeit verschlingt. Aber es hat sich gelohnt. Wir sind immer noch total geflasht.

MusikBlog: Die Songs auf der EP klingen gereifter, irgendwie fokussierter. Ihr experimentiert auch viel. Nur eine Momentaufnahme?

Florian Kiermeier: Nein, ich denke nicht. Sicher, der inhaltliche Hintergrund hat auch zum neuen Klangbild beigetragen. Aber wir sind generell als Band gewachsen. „The Great Escape“ entstand damals nahezu komplett am Computer. Diesmal sind wir andere Wege gegangen und  haben mehr ausprobiert. Das hört man den Songs auch an.

MusikBlog: Ein zweites komplettes Album soll auch schon in Arbeit sein. Any News?

Florian Kiermeier: Nun, wir sind mit dem Film erst letzte Woche fertiggeworden. Wir werden jetzt erst einmal ein paar Tage ausspannen. Danach geht’s aber los. Wir hoffen und denken, dass wir im Frühjahr 2016 Vollzug melden können.

MusikBlog: Vielen Dank für das Interview.

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