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Bloc Party – HYMNS

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Eine nüchterne Beatsuppe, die sich jeder wehrlosen Seele einflößen lässt, deren fader Geschmack jedoch bei den wenigsten hängen bleibt: Ein scheinbar unsexy anmutendes Schlusswort zum Musiksonntag und damit bescheidene Einschätzung, um euphorische Bloc Party-Anhänger auf das Schlimmste vorzubereiten – auf „Hymns“.

Hymnisch, episch, aufgeladen, groß: All das ist das mittlerweile fünfte Studioalbum nicht. Man könnte meinen: All das ist Kele Okerekes neue Backgroundband nicht. Denn die Band, die sich um das Bloc Party-Aushängeschild neu formierte, ist nicht mehr Bloc Party. Das sind Ego-Kele und Band, von welcher nur noch Ur-Gestein Russell Lissack als Quotenmitglied fungiert. Statt zum Ausrasten animierende Indierock-Mitziehperlen zu kredenzen, sind die EngländerInnen auf einer lahm wippenden Beat-Schaukel unterwegs.

Schon die erste Single-Auskopplung „The Love Within“ und damit Start der neuen Platte wurde in den sozialen Netzwerken hemmungslos zum Witz deklariert. Bloc Party, das waren nur zwei gute Alben, so sagte man. Zwar bleibt Keles Stimme eine ewige Konstante in der ganzen schmalen Albenlinie, doch selbst diese rückt in ein anderes Licht – in das ungeteilte Rampenlicht, artig hinterlegt von unaufgeregten Schein-Synths und Beats. „Lord, give me grace and dancing feet as I conquer all anxiety“ – in Okerekes verzweifelt gehauchte Gebete steige ich klammheimlich mit ein: Gib mir grace und dancing feet für diese Platte, Himmel.

Bumm, Tschack, Bumm, Tschack. Mit wahren Haudrauf-Tiraden hält sich Neu-Schlagzeugerin Louise Bartle gehörig zurück und bevorzugt vielmehr, die Viertakter unscheinbar vor sich hin rattern zu lassen. Nach „Only He Can Heal Me“, welches bedingungslos einen breiten Akkord durch alle Ewig-Takte bei keinerlei lyrischer Ergiebigkeit hindurchzieht, setzt „So Real“ den generischen Entschleunigungs-Clubpop weiter fort. Dabei entstehen reichlich krude, abschweifende Gedanken: „So Real“ ist wie ein die Restlast schleppendes armes Muli, gepaart aus einer Menge frommer Kaltblüter und einem dickköpfigen Esel, der seine ganz eigenen alteingesessenen Pfade weiterhin stoisch beschreitet.

Denn stark angelehnt ist „Hymns“ an Keles letzten Solo-Output: So sind in „Fortress“ die Claps bei weitem das prägnanteste Häppchen am Low-Carb-Musikaufgebot, wie es auch in seinem eigenen Schaffen der Fall war. „The Good News“ hingegen gesteht unscheinbaren Teppich-Synthies, einem stetigen Schleppbass und routinierten 0815-Schlagzeug, sowie eben Kele höchstpersönlich einen bodenlosen Langeweile-Raum zu, der sich über generische Klanglandschaften ins Endlose zieht.

Mit wenig Schmackes, dafür aber ordentlich Core und Chor geht es zum Ende noch einmal in die Vollen: „In your eyes I was someone“, singt Kele in „Exes“ mit einer Armada an Querverweisen auf sein Solo-Gewäsch und schmettert theatralisch eine Ballade voller Breitseite über die Bühne. Nichts hebt sich dabei voneinander ab: unaufgeregte und lammfromme synthetische Wuchergewächse, einfallslose Gitarreneinschübe und kaum herausstechendes Drumming begleiten einen Mann, der eine Band zu seiner machte. Richtig, Kele: „In my eyes you were someone“.

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