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Turin Brakes (Credit Ben Gold)

Turin Brakes – Lost Property – Kein Grund zur Sorge

Ein Greatest Hits-Paket, ein Live-Album und Songwriting-Fremdgänge in Richtung Dido und Take That: Im Turin Brakes-Fanlager machte sich in der jüngeren Vergangenheit ein wenig Panik breit. Sollte es sich bei erwähnten Aktivitäten etwa um die letzten Zuckungen eines hochgehandelten Folk-Duo-Projekts gehandelt haben?

Mit ihrem neuen Album „Lost Property“ wollen die beiden Hauptverantwortlichen Londoner Olly Knights und Gale Paridjanian nun dagegenhalten. Und bereits nach vier Minuten kann die Anhängerschaft ein dickes Häkchen machen. Beschwingte Akustikgitarren, ein markantes Lead-Thema, sowie ein Refrain für die Ewigkeit lassen den Opener „96“ in hellem Glanz erstrahlen.

Weiter geht’s mit ähnlich Hochkarätigem. Die erste Single „Keep Me Around“ beeindruckt mit eingeworfenen Streichern, lieblichen Background-Chören und pointierten Handclaps, während der balladeske Hawaii-Gruß „Lost Property“ mit langlebigen Travis-Vibes punktet. Auch Songs wie das düstere, sich später aufplusternde Melancholie-Drama „Brighter Than The Night“ und das durchgehend gezupfte Singer/Songwriter-Juwel „Martini“ ernten Lob und Beifall. Ebenfalls auf der Habenseite: opulent aufbereitet Hoffnung („Save You“) und Mystisches aus dem stillen Kämmerlein („Black Rabbit“).

Mit einer Vielzahl großer Momente im Gepäck sorgen die Turin Brakes wieder für Ruhe im Karton. Sorgen machen sollen sich andere. Die beiden Londoner präsentieren mit „Lost Property“ gewohnte Qualität.

Zwischen musikgewordenen Frühlingsgefühlen und Lagerfeuerklängen für die nasskalte Jahreszeit fallen die wenigen Filler des Albums („Rome“, „Jump Start“) nicht sonderlich ins Gewicht. Dafür zieht sich der rote Faden des Werkes einfach zu straff durch die knappe Dreiviertelstunde.

Ergo: Alles gut im Hause Turin Brakes. Die Gefolgschaft kann getrost durchatmen. Typischer Fall von Panikmache. Gut so.

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