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Foals (Credit Michael Mederacke/Musikblog)
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Foals (Credit Michael Mederacke/Musikblog)
Foals (Credit Michael Mederacke/Musikblog)

Foals – Live in der Columbiahalle, Berlin

Als die Foals im letzten Jahr “What Went Down” veröffentlichten, setzten sie sich zu den ganz Großen an einen Tisch und hegten von nun an einen neuen Anspruch: Langlebigkeit. Eindrucksvoll haben sie es geschafft, ihre Individualität zu stärken und nicht in Vergessenheit zu geraten oder müde zu werden.

Ihre Live-Sets sind bekanntlich alles andere als müde, niemand verlässt diese ohne Prellungen, Schweiß- und Bierflecken – am wenigsten die Band selbst. Mit ihrer aktuellen Tour machten sie gestern in der Berliner Columbiahalle halt. Auch an diesem Abend sollte sich nichts ändern. Von Anfang an lag ein sprudelndes Feuer und Aufregung in der Luft.

Es war offensichtlich, dass die Columbiahalle mit vielen Fans von nah und fern gefüllt war. Es herrschte eine raue Energie als die Musiker um Sänger Yannis Philippakis, der mit „Snake Oil“ das Set eröffneten. Konzerte der Foals sind immer besonders. Lieblingsaktion: Stagediven. Dabei kommt es schon fast einem Wettbewerb gleich. Philippakis und Publikum wechseln sich dabei so gekonnt ab, das die vorderen Reihen ständig jemanden zum Tragen hatten. Ein eindimensionales Bühnenverhalten, aber hervorragend für das Gesamtbild.

Die zweite Single “Mountain At My Gates” des aktuellen Albums entwickelte sich zum klaren Favorit unter den Zuschauern. Anfangs noch ruhig, wird der Song zum Ende hin immer energiereicher. Diese Entwicklung merkte man auch deutlich in Berlin. Standen am Anfang noch viele ruhig da, explodierten die Gemüter zum Finale des Liedes. Es wurde gesprungen, gesungen und die Arme hochgeworfen, damit der aktuelle Stagediver keine Begegnung mit dem rauen Hallenboden machte.

Texte und Gitarrenriffe kehrten auf direkten Wege wieder zur Bühne zurück und wurden bejubelt. “What Went Down” bestätigte dies. Der Titeltrack des aktuellen Albums zeigte deutlich, auf welchem Niveau die Foals derzeit sind: auf einem ganz hohen! Mit einer enormen Lust schrie Philippakis die letzten Liedzeilen in sein Mikrofon – “I’m a sycophantic animal” und entfachte eine intensive Atmosphäre, bei der sich jeder gehen ließ und seine innere Bestie Preis gab.

Doch die fünf Briten aus Oxford können auch anders. Den zärtlichsten und ruhigsten Moment des Konzertes erlebte man bei “Spanish Sahara”. Während die Band sanft und anmutig auf der Bühne performte, rückten im Publikum die Menschen näher aneinander. Feuerzeuge und Handylichter wurden in die Höhe gestreckt und machten die Columbiahalle zu einem großen gemütlichen Wohnzimmer.

Zum Schluss gab es dann das typische chaotische Foals-Ereignis. „Two Steps, Twice“ machte den Abschluss. Der Track vom Debüt „Antidotes“ dient bereits seit Jahren als Schlusssong, der mit seinem Jam-Charakter musikalisch überzeugt, nüchtern betrachtet jedoch keinem rechten Höhepunkt mehr gleichkommt. Doch schaute man auf die mehreren großen Moshpits, so konnte man erkennen, dass alle im Foals-Zauber gefangen waren. Am Ende gab es den allerletzten Sprung (von der drei Meter hohen Empore!!!) von Yannis Philippakis in die Menge, die ihn fast verschlang.

Es war keine gewöhnliche Nacht. Es war eine Nacht völliger Zerstörung, die jeden Zuschauer in einen glücklichen Zustand kathartischer Zufriedenheit brachte.

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