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Nonkeen – The Gamble

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Was für eine Geschichte. Der Ambient-Electronica-Piano-Erneuerer Nils Frahm war schon als Kind ein hoffnungsloser Nerd. Wendezeit: Er und Frederic Gmeiner waren bereits in der Grundschule ihres Hamburger Umlands besessen von Tonaufnahmen. Hatten ihre eigene Schulradiosendung mit lustig kreativem Kinderkram. Dann kam ein DDR-Austauschschüler, Sebastian Singwald, für nur ein paar Wochen. Mit DDR-Kassettenrekorder um den Hals. Wahrscheinlich noch mit Hornbrille.

Dreimal seltsam ist gleich dynamisches Trio. Nicht nur produzierten Frahm, Gmeiner und Singwald bereits als Kinder aus Tonschnipsel so stuff, rudimentären Ambient oder didaktische Herzen höher schlagen lassende Kinderkunst. Nein, sie zelebrierten auch deutsch-deutsche Überwindungskultur auf guten alten Tonbändern. Mit der Post geschickte Updates aus dem Ostberliner Schulhof von Berlin-Karlshorst in die Hamburger Vorstadtidylle. Und umgekehrt.

In den Neunzigern wurde eine coole Kinderband draus. Na klar, was auch sonst. Die jedes Jahr auf einem Ostberliner Kultur- und Familienfest den späteren Fame probte, bis ein fataler Unfall im Publikum die Sache jäh beendete.

Nils Frahm ging seinen wohl dokumentierten Weg, das dynamische Kindertrio immer im Herzen tragend. Nun scheint die Zeit gekommen: Nonkeens Debütalbum „The Gamble“ ist tatsächlich ein Wagnis, ein Hasardspiel. Es präsentiert ein Sammelsurium, nein, besser, einen Extrakt, einen Sud aus unzähligen Aufnahmen des Trios aus längst vergangener, analoger Aufnahmeära, die in die Zeit des digitalen Imperativs geholt und neu- oder weiterbearbeitet wurden.

Als Band sind Nonkeen schon irgendwie Ambient, aber meilenweit von Frahms Klangwelt der Tasteninstrumente entfernt. Im Grunde ist das Krautrock. Erinnerungen an Nicolas Jaars famoses Darkside-Projekt werden durchaus wach, auch wenn „The Gamble“ nicht so phänomenal wirkt.

Wabernde Can-Gitarren, pulsierende Synthies und sphärische Bassläufe erweitern Nils Frahms Ambient-Sound um die naheliegende Verwandtschaft des experimentellen Krautrocks. Und wie das gerne mal so ist mit dem Krautrock, da gibt es aufblühende Momente der Großartigkeit, nebst bekiffter Dröhnerei des „so-what“?

Insgesamt ein ziemlich cooles Freundeskreis-Projekt, mit Luft nach oben. Langsam aber sicher ist der Wunsch nicht mehr klein zu kriegen und auch gar nicht mehr so fromm, schaut man auf die Erfolgsmeldungen: Kann mal jemand bitte Nils Frahm und Nicolas Jaar zusammenbringen und in einem Studio einsperren?

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