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So Pitted – neo – So klingt kaputt

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Es gibt sie wirklich noch, die Totalverweigerer. Die jedem Ansatz von Melodie den Kampf ansagen, aus reinem Prinzip nur kaputte Verstärker benutzen und es sogar schaffen, simple Powerchord-Folgen falsch zu spielen. So Pitted aus Seattle sind die neuen Meister des Dilettantischen. Ob es eine Person gibt, die es schafft, sich ihr Debüt „neo“ am Stück anzuhören? Eher zweifelhaft. Der Band ist das aber vermutlich genauso egal wie die Antwort auf die Frage, wer da eigentlich gerade hämmert. Oft wechseln die drei ihre Instrumente und stöpseln diese in dafür nicht vorgesehene Amps.

„So pitted“ – mit diesen Worten beschrieb einmal ein junger Surfer enthusiastisch das Wellenreiten. Er gab einem Fernsehsender ein Interview und kriegte sich vor Begeisterung gar nicht mehr ein. Das Video wurde zum vitalen Hit. Den inoffiziellen Frontmann Nathan Rodriguez hat es inspiriert, auch wenn er nichts mit Surfen am Hut hat. Ihm ging es schlicht um das Moment absoluter Hingabe und purer Euphorie. Und in Ekstase kann es nun mal vorkommen, dass man sich im Takt verzählt. Beziehungsweise gar nicht realisiert, dass man gerade mächtig übersteuert.

All das machen die brachialen Gitarrenwände auf „neo“, die nicht selten metallisch gefärbt sind. „Pay Attention To Me“ ist ein opulentes Rockinferno, „The Sickness“ bereitet schon einmal die Wall Of Death vor und „I’mm Not Over It“ präsentiert sich mit Hardcore-Chor. Häufig fühlt man sich an den rabiaten Punk von White Lung erinnert. Würde man die Wucht dieser Gitarrengewalt in Wellenstärke übersetzen, wäre das Spiel für den Surfer vermutlich schon längst aus.

Während einige Stücke das Amateurhafte ein wenig zu arg überbetonen, zeigt der Noise-Rock in „The Sickness“ und „Rot In Hell“ das Gespür der Band für kantige und messerscharfe Gitarrenkliffs. Auch bei den wendigen Stil- und Tempowechseln in „Get Out Of My Room“ hat alles gepasst. Hier laufen am Ende alle Riffs zusammen, bis sie plötzlich gemeinsam an der Brandung verstummen.

„neo“ ist ein harter Brocken, das Material zeitweilig monoton geraten und Rodriguez‘ tiefe Stimme in permanenter Angriffsstimmung. Keine Frage: Die autodidaktische Herangehensweise der Band ist ambivalent. Einige Passagen wirken penetrierend, andere wiederum offenbaren echte Geistesblitze. Genuss ist das trotzdem nicht.

Und doch könnte uns der generell antihierarchische Gestus von So Pitted eine lehrreiche Lektion sein, uns daran erinnern, dass die wirklich interessanten Dinge manchmal nur ohne Übung möglich sind.

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