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Sarah And Julian – Birthmarks

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Es ist schon ziemlich lustig, dass das Geschwisterpaar Sarah and Julian Muldoon im vergangenen Jahr ausgerechnet den Hamburger Musikerpreis „Krach und Getöse“ verliehen bekamen – denn von nichts sind die beiden Deutsch-Amerikaner (der Papa stammt aus Los Angeles) weiter entfernt als von lärmigem Radau.

Auf ihrem langerwarteten Debütalbum „Birthmarks“ herrscht die reine Harmonie, aufgeteilt auf elf Popperlen, die zwischen zartem Singer-/Songwriter-Folk und Indie-Pop changieren. Es verwundert nicht, dass Sarah and Julian schon als Supportact für zum Beispiel Gisbert von Knyphausen, I Am Kloot, Enno Bunger oder Tocotronic auf der Bühne standen – das Geschwisterpaar verbreitet garantiert gute Stimmung, ohne die Gemüter allzusehr aufzuregen.

Aber Aufregung muss ja nicht immer sein, die gibt es auf der Welt ja schon genug – und Sarah and Julian sind angetreten, um Wohlklang und Schönheit zu verbreiten. Unaufgeregt, aber liebevoll und eingängig kommt der Opener „Mayflies“ daher, gefolgt vom ebenso anheimelnden „White Lips“.

Ihr Talent für ohrwurmgeeignete Melodien in sparsamen Arrangements kommt in „Like A Letter“ besonders gut zum Vorschein: Nur ein paar kleine Piano-Anschläge brauchen Sarah and Julian, um größtmögliche Intensität und Intimität aufzubauen. „Birds Of A Feather“ dagegen schwelgt in üppigerer Instrumentierung – schließlich sind die Geschwister Multiinstrumentalisten und lernten schon als Kinder Trompete, Gitarre, Klarinette und Klavier -, was notwendige Kontrastpunkte setzt, denn sonst liefe „Birthmarks“ Gefahr, in allzu sanfter Eintönigkeit dahinzuplätschern.

Aber die Muldoons kriegen die Kurve, vor allem durch ihren mal abwechselnden, mal einstimmigen Gesang: Die beiden Stimmen korrespondieren wunderbar und man bekommt auch per Studioaufnahme einen guten Eindruck davon, wie Sarah and Julian live begeistern können.

Aber die beiden singen keineswegs nur allein: Auf „Monsters“ ist Meret Becker als Gastsängerin zu hören und muss sich gegen ein Theremin behaupten – ein sehr interessanter, ambitionierter Song. Bei“Slow“ wird das Tempo angezogen (ausgerechnet!), und in von The Cure beeinflusste Gitarren-Gefilde vorgedrungen, auch auf dem Klavier ist eine energischere Gangart zu verzeichnen.

„Birthmarks“ ist ein Album, in das man sich so richtig schön fallen lassen kann – Sarah and Julian vermitteln das Gefühl, dass alles gut wird. Hat man selten genug, heutzutage.

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