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The Zolas (Credit Hank White Design Co.)

The Zolas – Swooner

Vor vier Jahren erschien das letzte Album von The Zolas, der Band um Zachary Gray (Gesang, Gitarre) und Tom Dobrzanski (Piano): „Ancient Mars“ hieß das Werk, das kleine, feine Hits wie „Strange Girl“ und „Knot in my Heart“ enthielt.

Inzwischen waren The Zolas keineswegs untätig, die Jungs aus Vancouver absolvierten ausgiebige Tourneen und veröffentlichten die 4-Track-EP „Wino Oracle“. Diese durfte als Vorbote aufs neue Album gelten, denn darauf waren drei Songs enthalten – „Molotov Girls“, „Fell in Love in NY“ und „Male Gaze“ -, die nun auch auf dem Album zu hören sind. Zum Glück, möchte man anfügen, denn schließlich gehen EPs zuweilen ein bisschen unter im Meer der Neuerscheinungen – was mit „Swooner“ hoffentlich nicht geschehen wird.

Mit ihrem dritten Longplayer präsentiert sich das Quartett (neben Gray und Dobrzanski gehören aktuell Cody Hiles und Parker Bossley zur Besetzung) erneut als sensible, kluge Vertreter des Indiepops. „Get Dark (MD3 Rev)“ zum Beispiel swingt funky wie ein Siebzigerjahre-Disco-Schwof-Hit, weist aber auch Elemente feinsten britischen Pops und elektronifizierte Effekte á la Daft Punk auf – eine verdammt gute, zwingende Mixtur aus dem besten von allem plus einer unverwechselbaren eigenen Handschrift: Das soll den Zolas erstmal jemand nachmachen!

Ähnlich discobeat-lastig mit Indie-Ingredienzien klingt auch der Titeltrack, während „Dazzle“ mit energischen Gitarren und einem deutlich rockigeren Style aufwartet – wobei The Zolas niemals in machohafte Klischees verfallen. Wie gesagt, die Herren aus Kanada sind sensibel und klug, weshalb ihnen auch ein Stück wie „Male Gaze“ ohne Peinlichkeiten gelingt: In diesem Song fahren sie – ironisch natürlich! – alle möglichen Aufreißsprüche auf, mit denen sich so mancher Kerl Erfolg bei der Damenwelt verspricht: „Come with me, we can have so much fun“ – bei The Zolas weiß man gleich, wie’s gemeint ist, andere Bands könnten mit solchen Zeilen leicht ins sexistische Fettnäpfchen treten.

Bei den Zolas lohnt es sich aber nicht nur, bei den Texten genau hinzuhören, vor allem die Musik ist voller spannender Details. Im Zentrum stehen die Falsettstimme Zach Grays und das treibende Piano Tom Dobrzanskis, das sie gern mit elektronischen Beats unterlegen – die Stimmung  ist stets sanft und freundlich, aber niemals belanglos.

Wer Bands wie Rialto oder das letzte Album von Tegan and Sara mochte, wird mit The Zolas sehr glücklich werden.

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