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Matthew And The Atlas – Temple

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Banjo, Quetschkommode und mehrstimmiger Gesang waren das Ding der Stunde: Im Zuge des globalen Folk-Revivals, das Mumford And Sons losgetreten haben, sind vor rund sechs Jahren auch Matthew And The Atlas auf der Bildfläche erschienen, um ihre Krümel vom Kuchen abzubekommen. Nach zwei EPs zeugte aber 2014 der erste Longplayer „Other Rivers“ davon, dass die fünfköpfige Band hehrere Ambitionen hegt, als nur auf der Welle mitzureiten.

Heute, wo das Folk-Revival, gleich dem Schnee von gestern, dahin schmilzt, scheint es, als wäre diese Entscheidung gar nicht mal so unklug gewesen. Auf filigrane Weise haben die Briten ihren Sound in Richtung subtiler Opulenz weitergesponnen, und nur den Habitus von rudimentärer Folkmusik beibehalten.

Nimmt man das Raubeinige aus dem Sound von Bruce Springsteen und addiert dazu etwas Theatralik, eine detailverliebte Instrumentation und eine kluge Pop-Produktion, kommt man dem Kern von Matthew And The Atlas sehr nahe.

Im Ergebnis ist „Temple“ ihr bislang bestes Album, das so klingt, als könne man gutem Wein beim Reifen zuhören. Gerade der Gesang von Matt Hegarty wirkt altersweise, wie es eigentlich nur tatsächlich in die Jahre gekommene Stimmbänder vollbringen können.

Mit Heiterkeit hat das wenig zu tun, aber eben auch nicht zwangsläufig mit Trübsal. Die Wahrheit liegt, wie so oft im Leben, irgendwo dazwischen. Trotz der partiellen Larmoyanz, die in der sacht vibrierenden Stimme liegt, liefern die elf Songs aus einem ihrer schummrigen Winkel immer auch einen lebensbejahenden Duktus.

Bestes Beispiel – “On A Midnight Street”: „See I don’t want to let her down to fear in the dark/ I wanna be around to see my daughter grow older in a world that still is in beauty“. Mit postpunkigem Bass in schillernder 80er Astmopshäre ist dieser Song einer der Grower des Albums. Ein weiterer nennt sich „Elijah“, bei dem sich die Frage aufdrängt, wie alt die Protagonisten denn letztlich sein mögen: „Elijah you’re too young to be loved“.

Zwischen Yoann Lemoine von Woodkid und Future Islands Samuel T. Herring liegt eine kleine Schnittmenge, die gerade groß genug ist, damit Matthew And The Atlas darin ihren grazilen Indiepop ausrollen können.

Wer über die ein oder andere zu weinerlich geratene Posse hinweghören kann, dem offenbart sich mit dieser Platte – wie es der Titel schon andeutet – ein wohlklingender Wellnesstempel in Realitätsnähe, zu dem die große Masse wohl nie Einlass erhalten wird. Gut so!

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