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Teho Teardo & Blixa Bargeld – Nerissimo – Fifty Shades of Black

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Überall und nirgends ist die künstlerische Heimat von Feingeist Blixa Bargeld. Nach der formidablen Kollaboration mit den Schweizer Art-Jazzern KiKu im vergangenen Jahr steht er diesmal Teho Teardo zur Seite. Das nicht nur bildlich auf dem Cover der Platte, die beiden seelenverwandten Künstler pflegen eine profund gewachsene Verbindung. Bereits 2013 gab es mit „Still Smiling“ ein gemeinsames, vielbeachtetes Album vom Italiener und dem Einstürzende Neubauten Sänger.

Bezeichnet Nerissimo in der Muttersprache Teardos auch die Steigerungsform von Schwarz geht es vor allem um die vielen Facetten, die die beliebteste unbunte Farbe der Welt in das Leben, die Kunst, die Philosophie und die Musik transportiert, und darum, dass „Nero“ nicht per se negativ belegt sein muss.

Schwarz in Worte und Klänge zu fassen, macht aus Blixa Bargeld und Teho Teardo ein wahres Dream Team. Mit sonorer Stimme beschreibt, beschwört, dramatisiert Bargeld die – mindestens Fifty Shades of Black umfassenden – Geschichten auf Englisch, aber auch auf Deutsch und Italienisch, schlägt damit eine symbolische eine Brücke zwischen Berlin und Rom, den beiden Entstehungsorten der Platte.

Teardo komponierte dazu eine kongeniale Untermalung aus Baritongitarre, üppigen Streichern und Glockenspiel, erweitert das Instrumentarium mit einer Auswahl an Holzblasinstrumenten unter Führung der Bassklarinette und arrangiert alles als Wechselspiel zwischen Kammerspiel und großen Orchester.

Das getragene Titelstück (in der englischen Version) stimmt auf das Kommende ein, schwelgende Streicher in Moll begleiten den Sänger, der voller hörbarer Freude mit dem Dunkel spielt. „There is no more darkness left“  heißt es dort, Zweifel daran sind zugelassen, die Interpretation liegt wie bei allen anderen Stücken im Ermessen des Betrachters.

Es geht um verlassene Boote und Bestien, bei aller, fast ironieloser, Ernsthaftigkeit des Vortrags schimmert immer eine hellere Seite durch die wabernden Schatten. Zeilen wie „Hope should be a controlled substance“ oder „Ich zieh den großen Wagen, dir den Frühlingspunkt ins Herz“, wahlweise gesprochen, geflüstert oder gesungen, verorten subtile Dichtkunst im Ohr des Konsumenten.

Über die sieben Minuten „Animelle“ bekommen die Aufnahmen surreale Qualitäten, mit verfremdeten Monstergemurmel und rätselhaften Bildsprachein verpackt „Ulgae“ ein episches Drama zu einem nachhaltigen Ereignis.

Ganz starke Momente hat die Platte, wenn es opulent wird, sich aus einleitender Zurückhaltung die Melodie in orchestrale Breite in ein Becken ergießt, das Schlagwerk nach Plasterohren klingt und die Geschichte voller Metaphern steckt, vor Hochkultur strotzt wie in „Nirgendheim“.

Wenn „Nerissimo“ in seiner italienischen Fassung die Platte wie einen Bucheinband zu klappt, hinterlässt die von Bargeldscher Rhetorik durchtränkte Tiefe der Kompositionen Teardos den Eindruck, gerade Außergewöhnliches genossen zu haben.

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