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Wir sind volles Risiko gegangen – Suuns im Interview

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Veränderungen sind wichtig. Man lernt Neues dazu, gönnt Altem eine Atempause und sorgt so für eine Form von Aufbruchsstimmung. So ähnlich dürften auch die Jungs von Suuns an die Arbeit für ihr neues Album „Hold/Still“ rangegangen sein. Statt es sich für den Produktionsprozess nämlich erneut in ihrer Heimatstadt Montreal gemütlich zu machen, packten die vier Kanadier Ben Shemie, Liam O’Neill, Max Henry und Joseph Yarmush ihre sieben Sachen und düsten nach Dallas, Texas. Dort erwartete sie bereits der Top-Produzent und Grammy-Gewinner John Congleton. Das Ergebnis: Nach den zwei vorherigen sehr homogenen Werken „Zeroes QC“ (2011) und „Images du Futur“ (2013) schicken Suuns dieser Tage ein Album ins Rennen, das Gegensätze vereint. Wir trafen uns in Berlin mit Frontmann Ben Shemie und sprachen über einen Mann, der das komplette Band-Dasein auf den Kopf stellte.

MusikBlog: Ben, für euer neues Album „Hold/Still“ seid ihr erstmals auf Reisen gegangen. Statt in Montreal wurde die Platte im fernen Dallas aufgenommen. Steckt da eine besondere Geschichte hinter?

Ben Shemie: Es war einfach an der Zeit für eine Veränderung. Wir fühlen uns sehr wohl in Montreal. Dort haben wir mittlerweile auch perfekte Arbeitsbedingungen. Aber irgendwie hatten wir diesmal das Gefühl, etwas ändern zu müssen. Und da bot sich ein neues Umfeld einfach an.

MusikBlog: Warum Dallas?

Ben Shemie: Nun, in Dallas lebt und arbeitet unser Produzent John Congleton. Und da wir unbedingt mit ihm arbeiten wollten, bot sich Dallas natürlich an. Im Grunde wäre auch jeder andere Ort in Frage gekommen. Wir wollten einfach nur raus aus unserer Komfortzone. Das war das Wichtigste.

MusikBlog: John Congleton gehört zu den Top-Produzenten der Branche. Wie kam der Kontakt zu Stande?

Ben Shemie: John hat uns vor ein paar Jahren mal live gesehen. Das hat ihn wohl nachhaltig beeindruckt. (lacht)

MusikBlog: Er kam also auf euch zu?

Ben Shemie: Ja. Er stand aber auch bei uns ganz oben auf der Liste. Hätte er sich nicht bei uns gemeldet, hätten wir bei ihm angeklopft. Manchmal fügt sich im Leben alles von selbst. In diesem Fall waren wir unheimlich glücklich darüber; denn John hat’s wirklich drauf.

MusikBlog: Was macht ihn so besonders?

Ben Shemie: Was mich persönlich besonders beeindruckt hat, war seine Leidenschaft. Er ist kein Typ, der sich auf seinen Lorbeeren ausruht. Über seinen Grammy-Gewinn macht er beispielsweise ständig nur Witze. Sicher, er ist auch stolz auf die Trophäe. Aber im Grunde interessiert er sich nicht für Auszeichnungen. Er will einfach nur arbeiten, musizieren und mit Leuten zusammen sein, die seine Vorstellungen teilen.

MusikBlog: Gab es zu Beginn Berührungsängste?

Ben Shemie: Nein, überhaupt nicht. Er hat uns gleich in die Arme genommen und uns mit Kaffee und leckeren Häppchen überhäuft. Das Eis war also schnell gebrochen. (lacht)

MusikBlog: Inwieweit hat er musikalisch Einfluss genommen? Das Album klingt ja doch schon etwas anders als die beiden Vorgänger.

Ben Shemie: In der Vergangenheit war es einfach so, dass wir den Produktionsprozess mehr oder weniger allein gesteuert haben. Jace Lassek, der während der ersten beiden Aufnahmen an den Reglern saß, fungierte eher als fünftes Bandmitglied. John hingegen ist ein Leader, ein Macher, ein Produzent, der die Kontrolle liebt. Und genau das haben wir auch gebraucht. Weißt du, wir sind eine sehr demokratische Band, die den Hang dazu hat, sich in Diskussionsrunden zu verlieren. Wir analysieren viel. Am Ende muss immer alles perfekt sitzen. Und vor allem muss jeder happy mit dem Ergebnis sein. Diesmal hatte aber ein anderer die Zügel in der Hand. Und John wusste genau, was er wollte. Ich würde schon sagen, dass ein Großteil der Veränderungen auf diesem Album ihm zuzuschreiben sind.

MusikBlog: Apropos Veränderungen: Es gibt viele neue elektronische Elemente auf dem Album zu hören. Dennoch klingt das große Ganze irgendwie organischer als das, was man bisher von euch serviert bekam.

Ben Shemie: Ja, absolut. Das trifft es sogar sehr gut. Ich würde sogar so weit gehen und sagen, dass dieses Album das erste ist, auf dem wir volles Risiko gehen. John hat uns einfach gezeigt, dass weniger manchmal mehr sein kann. Wir haben uns regelrecht freigemacht. Alles was war, spielte keine Rolle mehr. Die Arbeitsweisen, die eingefahrenen Prozesse, das Grundkonzept: Das wurde alles zur Seite geschoben. Wir haben uns einfach nur auf den Moment konzentriert.

MusikBlog: Klingt fast schon wie das Aufschlagen eines neuen Bandkapitels.

Ben Shemie: So war es auch. Ich bin mir sicher, dass wir vieles davon mit in die Zukunft nehmen werden. Vielleicht sogar alles. Ich meine, wir waren nach dem Ende einer Produktion noch nie so happy. Ich weiß, dass es klischeehaft klingt und jede Band davon überzeugt ist, dass das neue Album auch immer das beste ist. Aber in unserem Fall ist es wirklich so. Versteh mich jetzt nicht falsch. Ich stehe zu unserer Vergangenheit. Ich denke auch, dass wir immer unser Bestes gegeben haben. Aber diesmal wurden wir von außen auf ein neues Level gehievt. Und dieses Bewusstsein ist unbeschreiblich.

MusikBlog: Ein Hoch auf John Congleton!

Ben Shemie: Ein Dreifaches! (lacht) Oh je, das muss alles klingen, als wären wir ein Haufen kleiner Musikwelpen, die eine führende Hand brauchen. Aber manchmal ist es einfach so. Und ich bin froh darüber, dass wir uns geöffnet haben. Wir hätten ja auch sagen können: Nix da! So wie es ist, ist es gut. Aber das haben wir nicht. Wir haben uns alles angehört und alles ausprobiert. Und genau deswegen klingt das Album wie es klingt. Und darauf bin ich super stolz.

MusikBlog: Vielen Dank für das Interview.

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