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Eric Copeland – Black Bubblegum – Mehr Pop war nie

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Ende der 1990er war Eric Copeland vor allem der Sänger von Black Dice aus der US-Metropole Providence, die für zwei Dinge berüchtigt waren: Zum einen für ihre hochgradig kaputte Musik aus brachialem Gitarrenlärm, noisigem Thrash-Metal und elektroakustischer Zerstörung; zum anderen für ihre Konzerte, die typischerweise nach nicht einmal 15 Minuten in ganz realer Zerstörung von Equipment und menschlichen Gliedmaßen endeten.

Der Sänger von Black Dice, die sich über die Jahre mehr in Richtung experimentelle Elektronik orientierten, ist Copeland immer noch. Nebenbei veröffentlicht er aber auch immer wieder versponnene Soloalben mit so klangvollen Titeln wie „Alien In A Garbage Dump“, „Joke In The Hole“ – oder eben nun „Black Bubblegum“.

Das präsentiert den Soundtüftler so poppig wie nie und versammelt Songs, die ursprünglich überhaupt nicht für eine Veröffentlichung geplant waren. Wenig überraschend, denn Copeland macht für das Album einen großen Schritt aus der, nun ja, „Komfort“-Zone: Weg von exzessiv lärmenden Samplecollagen, hin zum strukturierten Dreieinhalbminüter, dessen Basis Keyboards, Gitarren und Effektgeräte bilden.

Das Ergebnis kommt Copelands selbst formuliertemAnspruch, mit „Black Bubblegum“ klebrig-zuckrige Popmusik schreiben zu wollen, wie man sie noch nie zuvor gehört habe, ziemlich nahe. Dabei orientiert er sich oft und gern an Bekanntem, um daraus völlig Verschiedenes zu basteln:

Für das Weirdo-Pop-Meisterstück „Fuck It Up“ borgt er sich von den Kinks das Riff zu „You Really Got Me“ aus und schleift es durch Effektpedale, bis es mit der Hammondorgel um die Wette blubbert – ein grandios penetranter Refrain und nöliger Gesang besorgen den Rest.

„Rip It“ klingt dagegen wie eine Reggae-Band auf Speed und „Blue Honey“, als spiele jemand einen Ramones-Song in halbem Tempo. „Cannibal World“ schließlich geht mit seinen audiotechnisch verdrehten Steeldrums als so etwas wie Copelands Vorstellung von entspanntem Karibik-Flair durch.

Von poppiger Glätte ist das Ganze trotz offensichtlicher Zugeständnisse an die Goutierbarkeit dabei meilenweit entfernt: „Black Bubblegum“ ist ein dissonantes, krachiges, bewusst dilettantisch produziertes Lo-Fi-Statement voller Anti-Pophits – und damit immer noch die massentauglichste Facette seines künstlerischen Schaffens, die Eric Copeland je veröffentlicht hat.

Blutendes Publikum wird es zu dieser Musik kaum geben, aber genau so war ja von Anfang an der Plan.

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