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Júníus Meyvant – Floating Harmonies – Pimp My Folk

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Behutsamer Folk-Pop war vorgestern: Während sich Unnar Gísli Sigurmundsson alias Júníus Meyvant im vergangenen Jahr auf seiner EP noch in schlichter Akustik präsentierte, wurde das Debüt des Isländers kräftig gepimpt. Das macht „Floating Harmonies“ von Anfang an deutlich.

Schon im instrumentalen Opener „Be A Man“ ist das typische Utensil eines jeden Singer/Songwriters absolute Nebensache. Die Akustikgitarre geht unter den schweren Bläsern und filmreifen Streicherpassagen nämlich nahezu unter, die auch im weiteren Verlauf Essenz der Stücke bleiben. Das verleiht insbesondere den melancholischen Titeln wie „Color Decay“ einen eleganten Anstrich. Wenn das überhaupt noch als Folk durchgehen kann, dann allerdings nur als Kammer-Folk.

Vor allem auf „Neon Experience“ fährt Meyvant groß auf: Stimmlich wirkt er hier eher wie ein waschechter Soulsänger aus den Siebzigern, der zu smoothen Pianoklängen und Trompeten, die nahezu Funk-vernarrt klingen, seinen Weltschmerz runterkrächzt. Sein Gesang erinnert hier teilweise an den markant nasalen von Asaf Avidan. Die eher klassischen Folkmuster, die man eigentlich erwartet hatte und auf „Domestic Grace Man“ oder „Gold Laces“ wieder auftauchen, erscheinen auf dieser Platte wie aus einer anderen Welt.

In der skandinavischen Singersongwriter-Szene, die eher introvertierte Ansätze bevorzugt, dürfte Meyvant eine Sonderstellung einnehmen, wenngleich ihm auch die ruhigeren Stücke stehen, die gegen Ende wieder Überhand nehmen. Fans gebrechlicher wie intimer Folk-Skizzen im Stile von Sufjan Stevens oder den Lofi-Aufnahmen von Bright Eyes dürften etwa an der reinen Akustik von „Pearl in Sandbox“ ihre Freude haben, doch gegen die Stimmgewalt und instrumentale Vielseitigkeit der ersten Hälfte zieht das konventionelle Klampfen-Format eindeutig den kürzeren.

Wer hätte gedacht, dass Meyvant so ein Ass im Ärmel hat? Während schon bei einigen Folk-Größen das Hinzukommen orchestraler Ansätze deutlich in die Hose ging, steckt „Floating Harmonies“ voll von symphonischer Eleganz, ohne dabei zu feingeschliffen zu wirken. Solche Überraschungen hört man wirklich mehr als gern.

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