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Highfield Festival 2016

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Sommer, Sonne, Sonnenschein dazu jede Menge Musik. Das ist der Stoff aus dem Festivalträume sind und zumindest Letzteres gab es reichlich bei der ausverkauften 19. Auflage des Highfield.

35.000 Zuschauer enterten das Gelände auf der Magdeborner Halbinsel im Störmthaler See bei Leipzig, um rund vierzig Acts aus Rock, Hip-Hop und Elektro von nationalen und internationalen Rang zu genießen. Aber nicht zuletzt auch, um sich und das Leben zu feiern.

Für das Rahmenprogramm hatten die Veranstalter jede Menge Schabernack aufgefahren: Riesenrad, Bungee-Jumping und Hüpfburg standen neben diversen Aktivitäten im und auf dem Wasser zur Bespaßung zur Verfügung.

Wer den Anreisestau überwunden und auf einem der abgelegenen Parkplätze gelandet war, hatte auf dem kilometerlangen Marsch durch den aufgewirbelten Staub, der die Landschaft in einen Wüstenplanet verwandelte, genügend Zeit, sich daran zu erinnern, dass es Festivals gibt, bei denen ein Busshuttle zwischen diesen Orten verkehrt.

Am frühen Freitagabend war ein Großteil der Besucher zwar noch mit Selbstorganisation oder Platzfindung auf den rappelvollen Campingplätzen beschäftigt, vor den beiden Bühnen gab es während der ersten Gigs jedoch bereits reges Interesse am Programm.

Sum 41 lieferten trotz neuer Platte linientreu ihren Schrammelpunk von gestern, während Skunk Anansie mit einer sehr dynamischen Skin am Mikro live den etwas mauen Eindruck ihres letzten Albums wegwischten und natürlich den größten Hit „Hedonism“ nicht ausließen.

Dass der glänzend aufgelegte Olli Schulz mit launigen Ausführungen zur Musik und dem ganzen verdammten Rest in kleineren Sälen bestens unterhält, ist bekannt. Wenn es noch eines Beweises bedurfte, dass dies auch auf Großveranstaltungen funktioniert, wurde dieser hier am Freitag erbracht. Mit „Phase“ und „Als die Musik noch richtig groß war“ sowie Entertainer-Qualitäten begeisterte der Mann im weißen T-Shirt, bevor er sein altersgerechtes Bad in der Menge einforderte. „Bitte ohne anfassen“  wünschte er sich, was nicht ganz klappte, und musste sich dann mit einem „Macht Platz, ihr Schweine“ den Weg zurück bahnen.

Es nahte das erste Glanzlicht. Dass es bei den beinahe Lokalmatadoren von Heaven Shall Burn etwas lauter werden würde, ließ schon der Soundcheck vermuten. Wie dann die Double Bass Drum der Thüringer die Gehörgange freiprügelte, war schon ein beeindruckendes Stück Metalcore und ließ am Ende glückliche Mosher und durchgeschüttelte Zuschauer zurück.

Nach diesem Ausrufezeichen lag die Latte für die folgenden Musiker hoch, aber nicht außer Sichtweite. So rumpelten sich die Alpenrocker und Publikumslieblinge Wanda, nicht zuletzt durch die Frontsau-Qualitäten von Sänger Marco Michael Wanda, durch die laue Nacht, während sich die Nu-Metal Veteranen Limp Bizkit mit der Routine von Jahrzehnten Live-Erfahrung souverän durch ihr Programm spielten.

Ein Auftritt toppte dann den Freitag: Die Legenden Scooter leibhaftig hyperten auf der Bühne. „How Much Is The Fish?“ – teuer kann er nicht gewesen sein, aber zu der grandiosen Stimmung auf dem Highfield passen auch die Techno-Evergreens von H.P.Baxxter und Kollegen.

Neuer Tag, neues Glück, neues Bier. Letzteres gab es für viele schon zum Frühstück. Da dieses auf Festival Campingplätzen traditionell etwas später eingenommen wird, konnte es sein, dass der ein oder andere ein Achtungszeichen verpasste: Die Leipziger  I Come From The Sun hatten sich via Contest für den Highfield-Auftritt qualifiziert und unterstrichen, dass die Jury die richtige Wahl getroffen hat.

Vor der Green-Stage roch es am Samstag mächtig nach Gras, denn hier regierte überwiegend der Sprechgesang. Von Haftbefehl  über Die Orsons und Kontra K bis zu den Genre-Urgesteine Blumentopf wurden vielschichtige Interpretationen des Hip-Hop Themas gezeigt. Die Maskenmänner Genetikk nutzten dabei mit Aggro-Attitüde nebst abgefackelten BMW auf der Bühne am besten die Gunst der Deutsch-Rap-Stunde.

Auf der Blue-Stage war die Gitarrenfraktion zu Hause. Dabei war der Auftritt von Eagles Of Death Metal nicht nur ein sauberes Rock-Brett inklusive der Huldigung von David Bowie via „Moonage Daydream“ Cover und einem Auszug aus den Deutschrepertoire von Frontmann Jesse Hughes (Kostprobe:„Du bist meine Muschikatze“), sondern nach dem Terror von Paris auch ein emotionaler Höhepunkt. „You can`t stop Rock`n`Roll“ betonte Hughes mehrfach – so soll es sein!

Während Airbourne ihre AC/DC Highspeed-Gedächtnismugge spielten, wurde es auf dem angrenzenden Zeltplatz heimelig: ein illuminierter Weihnachtsbaum erstrahlte, und ein Chor von beachtlicher Größe schmetterte Wham’s „Last Christmas“.

NOFX bretterten noch über die blaue Bühne, als nebenan mit AnnenMayKantereit eine der Bands der Stunde loslegte und mit gewohnt markantem Gesang und monothematischen WG-Texten das Publikum für sich gewann.

Vor der Hauptbühne kanalisierte sich derweil alles in Richtung des unbestrittenen Wochenend-Highlights. Groß, größer, Rammstein. Die lieferten wie bestellt und zelebrierten eine feurige und hitdurchtränkte Show der Superlative. Auch für die, bei denen die Berliner nicht ganz oben auf der Liste ihrer musikalischen Favoriten stehen, galt am Ende: vor dem, was sich einst aus der Asche von Feeling B. formte und mit gigantomanen Feuerspielchen und Brachialsound international Millionen Fans begeistert, kann man nur den Hut ziehen.

Am Sonntag hatte die Dauerparty viele Gäste der ersten Stunde in die Nähe ihrer physischen Grenzen gebracht. Zelte, Pavillons und deren Besitzer trugen sichtbare Kollateralschäden, hielten aber mehrheitlich tapfer durch.

Es lohnte sich, denn das Line-Up bewegte sich auch am dritten Tag auf durchgängig hohem Niveau. Schmutzki, Emil Bulls und Joris lieferten ihre Sets, die Arkells nutzten die Gelegenheit ihr brandneues Album „Morning Report“ zu bewerben.

Bonaparte kamen zu ihrem Crowdsurfer-Auftritt mit dem Rad aufs Gelände, Fünf Sterne deluxe zeigten noch einmal, wo der Hip-Hop Hammer hängt. Die gestandenen Festivalgrößen Madsen und Bloc Party wussten ebenso zu gefallen wie Wolfmother.

Ganz zum Schluss setzten die Veranstalter auf Bewährtes: Wer am Ende Deichkind auf die Bühne schickt, kann sicher sein, dass das Publikum mit besten Erinnerungen nach Hause geht und sich mit den Songs der Anarcho-Combo im Kopf gleich auf ordentlich „Krawall und Remmidemmi“ beim Highfield 2017 freut.

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