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Mild High Club – Skiptracing

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Mild High Club versuchen sich hier und da noch zu wehren, doch eines scheint längst klar: Ein Bein steckt knietief im psychedelischen Morast und das ist auch okay so, denn der bunte Mix aus Stoner-Pop und Jazz-Elementen ist ein Glanzwerk der Retrospektive. Jazzmusiker Alexander Brettin ist der kreative Kern und Mastermind von Mild High Club, die aus Chicago und Los Angeles stammen.

„Skiptracing“ ist nach dem Debüt „Timeline“ aus dem Herbst 2015 eine Bewährungsprobe, die es – wie bei jedem Zweitlingswerk einer Band – gekonnt zu meistern gilt. Ihr Auftreten ist voll Ironie und Provokation: Betont lange Oberlippenbärte treffen auf den Lazy-Look des Mittleren Westens.

 

Mehr als „Timeline“ legt sich „Skiptracing“ thematisch fest und ist umhüllt von komplexen musikalischen Arrangements. Was bisweilen wie loungige Clubmusik klingt, ist in Wahrheit ein paralleles Klang-Universum, das Bekanntes mit Unbekanntem vermengt und zu einer künstlerischen Schöpfung zusammenfügt. Kreative Variablen lösen Altbekanntes ab.

Das Ergebnis ist Benebelung der Extraklasse, ein betörendes Gemisch aus Psychedelic, Jazz und Funk: taumelnde Jazz-Gitarren, eingefügte Halbtöne zwischen Ganztonschritten und etwas angeheitert wirkende Synthesizer.

Beim ersten Anhören wirkt das lässig und vermag – ohne Zuhilfenahme berauschender Drogen – sich verändernde Bewusstseinsvorgänge zu fördern. Die klassischen Jazz-Pop-Variationen sind jedoch mehr als das. Jene werden mehr und mehr mit noisigen Elementen durchzogen – verzerrte E-Gitarren und schrille Synthies kommen, um wieder zu gehen: Bleibt am Boden oder hebt ab in die Stratosphäre!

„Skiptracing“ kann mithalten beim psychedelischen Wellenreiten. Das dahinter stehende Licht-Schatten-Spiel im Sinne einer Detektivstory ist jedoch nur bedingt nachzuvollziehen. Im Kern ist das solide Kost, die uns für die Dauer des Albums in ungeahnte Sphären abtauchen lässt. Erlischt jedoch der Sound, dann war es das schon mit dem etwas weichgespülten Hochgefühl.

Was mit dem Song „Skiptracing“ begann, endet mit einer Reprise derselben. Die neue Platte von Mild High Club (ist bei der Namensfindung der Band eigentlich bloß der Finger auf der Tastatur beim ersten Wort von ‚e‘ zu ‚d‘ geschnellt?) kann sich nicht ohne Stolz in den heimischen Vinylschrank einreihen.

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