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Wir singen nicht mehr über Liebe, sondern über Sex – Wild Beasts im Interview

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Metallica, Scooter, Pussycat Dolls: Es gibt tausende Bands, bei denen bereits der Bandname darauf schließen lässt, mit welcher Musikform die jeweilige Band ihren Lebensunterhalt bestreitet. Die Wild Beasts führen Neueinsteiger da eher in die Irre. Mit animalischem Krach haben die Herren Hayden Thorpe (Gesang, Gitarre), Ben Little (Gitarre), Tom Fleming (Bass) und Chris Talbot (Schlagzeug) nämlich nur wenig am Hut. Der Sound der vier aus dem britischen Kendal stammenden Musiker orientiert sich eher am pompösen Pop-Vibe der Achtziger. Mit ihrem mittlerweile fünften Studioalbum „Boy King“ präsentieren sich die Wild Beasts von ihrer dunkleren Seite. Wir trafen uns in Berlin mit Sänger Hayden Thorpe und sprachen über „What the Fuck?“-Attitüden, treibende Kräfte und erreichte Ziele.

MusikBlog: Hayden, nach vier eher geschmeidigeren Dream-Pop-Alben präsentiert ihr euch dieser Tage erstmals im düsteren Gewand. Wie fühlt sich das an?

Hayden Thorpe. Es fühlt sich toll an. Es war einfach mal an der Zeit, etwas Neues auszuprobieren.

MusikBlog: Wie kam’s?

Hayden Thorpe: Es gab jetzt keinen bestimmten Moment, in dem wir das Gefühl hatten, von Grund auf etwas ändern zu wollen. Es hat sich einfach so ergeben. Ich denke, dass Veränderungen immer irgendwo im Unterbewusstsein beginnen. Dieses Gefühl entwickelt sich dann mit der Zeit. Irgendwann wird aus dem Gefühl dann ein Verlangen. Und dann lässt man einfach los, orientiert sich neu und geht die Sache an. Ich würde jetzt gar nicht behaupten, dass wir an der Basis gerüttelt haben. Unsere Wurzeln sind immer noch präsent. Sie werden auf dem neuen Album nur anders verpackt.

MusikBlog: Dunkler. Phasenweise auch rauer.

Hayden Thorpe: Ich würde eher sagen, die neue Platte klingt direkter.

MusikBlog: Im Vorfeld war oft von einer sogenannten „What the Fuck?“-Attitüde die Rede.

Hayden Thorpe: Ja, das passt ganz gut. Wir singen jetzt nicht mehr über die Liebe, sondern über Sex. (lacht)

MusikBlog: Der Bandname ist endlich Programm.

Hayden Thorpe. (lacht) So habe ich das noch gar nicht gesehen. Aber da ist was dran. Nein, im Ernst: Wir sind alle älter geworden. Da ändern sich die Sichtweisen und Perspektiven. Auf der einen Seite hinterfragt man mehr. Auf der anderen Seite lässt man aber auch mehr Dinge einfach so laufen. Wir standen lange Zeit im Licht. Jetzt beschäftigen wir uns mit der dunkleren Seite der Männlichkeit. Das wirkt sich natürlich auch auf den Sound aus.

MusikBlog: Das Album wurde in Dallas unter der Regie von John Congleton produziert. Wurden dort erst Nägel mit Köpfen gemacht? Oder stand die Grundausrichtung bereits vorher fest?

Hayden Thorpe: Die meisten Ideen hatten wir bereits in East-London archiviert. Da war uns schon klar, dass es diesmal in eine etwas andere Richtung gehen wird. Der Feinanstrich wurde dann aber erst in Dallas angegangen. John war uns dahingehend eine große Hilfe.

MusikBlog: Inwiefern?

Hayden Thorpe: Der Kerl ist einfach ein Besessener. Er weiß genau, was er will. Und er treibt dich an. Immer und immer wieder. Das war teilweise schon ein bisschen beängstigend. Aber genau das haben wir gebraucht.

MusikBlog: Warum?

Hayden Thorpe: Wir waren noch etwas unsicher. Wir wollten Dinge ausprobieren, uns Zeit lassen und alle Ideen in einen Topf werfen. Wenn man so an eine Albumproduktion rangeht, besteht aber die Gefahr, dass man sich irgendwann in Selbstzweifeln verliert. John hasst es aber, mit Leuten zu arbeiten, die zu viel nachdenken. (lacht)

MusikBlog: Einem Grammy-Gewinner widerspricht man lieber nicht, oder?

Hayden Thorpe: Ach, sein Grammy steht bei ihm auf der Toilette. Das Ding interessiert ihn nicht so sehr. Eigentlich war es ein sehr entspanntes Arbeiten mit ihm. Er musste uns halt nur davon überzeugen, dass es manchmal besser ist, eine gute Idee festzuhalten und zu beschützen, anstatt sie in Frage zu stellen. Das hat aber schnell funktioniert. Danach lief es einfach. Wenn man aus der eigenen Komfortzone ausbrechen will, ist John der richtige Mann. Er packt dich, schüttelt dich, stellt dich auf den Kopf und gibt dir danach ein High Five.

MusikBlog: Ihr habt zu Beginn eurer Karriere gesagt, dass ihr aus einer ruhigen Umgebung kommt und mit Hilfe der Musik alles hinter euch lassen wollt. Das ist jetzt knapp 15 Jahre her. Ziel erreicht?

Hayden Thorpe: Auf jeden Fall. Wir denken zwar immer noch gerne an die Zeit zurück, in der alles anfing. Aber wir haben mittlerweile so viel von der Welt gesehen, so viele neue Menschen kennengelernt und unglaubliche Erfahrungen sammeln können. Ich glaube nicht, dass wir das ohne die Musik geschafft hätten.

MusikBlog: Schön, wenn der Job einem dabei hilft, sich selbst zu finden.

Hayden Thorpe: Es ist wunderbar. Ein ganz großes Glück. Wir sind wirklich sehr dankbar für alles. Ich weiß, dass es viele Bands gibt, die denselben Antrieb spüren, es aber aus irgendwelchen Gründen dann doch nicht schaffen. Das ist so traurig; denn die Welt hat so viel zu bieten.

MusikBlog: Zuhause kann es aber auch schön sein.

Hayden Thorpe: Natürlich, keine Frage. Aber da draußen… (lacht)

MusikBlog: Vielen Dank für das Interview.

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