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Clipping. – Splendor And Misery

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Dass Daveed Diggs noch Zeit und Muße hat für seinen krassen Scheiß, macht ihn sehr sympathisch. Der Grammy- und Tony-Award-Gewinner dieses Jahres für seine Doppelrolle Marquis de Lafayette und Thomas Jefferson im Broadway-Musical-Renner „Hamilton“ gilt für nicht wenige als der nächste US-amerikanische Schauspielstar.

Mit den Beatbastlern William Hutson und Jonathan Snipes hat Diggs aber eben auch das Experimental-Hip-Hop-Ding Clipping. Das Los-Angeles-Trio macht karge, unkonventionelle Beat-Musik mit eifrigem Spoken-Word-Gebrauch.

Zunächst als Remix-Projekt von Hutson und Snipes gestartet, artete der Industrial-Monotonie-Beat-Spaß mit Rapper Diggs zu einem echten Band-Projekt aus.

Das Debüt „CLPPNG“ vor zwei Jahren war eine kompromisslose Rap-Nuss voller Störgeräusche, Feedback-Krach, schepperndem Beat-Gepolter und atemberaubenden Hochgeschwindigkeitsraps von Diggs.

Der vielleicht ungewöhnlichste Sound im derzeitigen Hip-Hop war geboren. Beim zweiten Streich, dies war im Grunde vorher klar, wird die unkonventionelle Art der Soundwelt nicht mehr allein ausreichen, um Clipping. Gehör zu verschaffen.

Und so ist „Splendor & Misery“ folgerichtig ein Konzeptalbum geworden, mehr noch: im Grunde ist es ein Hörbuch.

Die Reise geht ins Extraterrestrische. Erzählt wird eine Dystopie irgendwo zwischen Stanley Kubricks „2001: Odysse im Weltraum“ und Alfonso Cuarons „Gravity“. Ein Überlebender einer Schiffsbesatzung, das unendliche Weltall und eine künstliche Intelligenz als einzigem Kommunikationspartner.

Der Stoff, aus dem so oder so ähnlich schon einige Science-Fiction-Romane/-Filme erwuchsen, ist nur bedingt album-tauglich. Clipping.s zweites Album ist noch stärker als zuvor keine Unterhaltungsmusik im konventionellen Sinn. Hier werden Grenzen ausgelotet und Rahmen gesprengt, die definitiv Würdigung erfahren dürfen, hier zeigt sich, wie nah Rap in seiner Wirkungsweise eine spezifische Form des Erzählens ist.

Doch ein musikalisches Denkmal wird „Splendor & Misery“ aller Wahrscheinlichkeit nach nicht werden. Was gar nicht so selten ist, bei Eisbrechern, die die Dinge mal wirklich anders machen.

Den Ruhm mit dieser Masche werden andere ernten. Trotzdem braucht es sie, die Eisbrecher, die unsere Hörgewohnheiten verändern helfen.

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