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The Wytches (Credit Steve Gullick)

The Wytches – All Your Happy Life

Mit derart dreckigem Psychedelic und Garage Rock auf Platz 50 der Albumcharts zu landen, ist hierzulande leider undenkbar. Doch genau dies gelang The Wytches mit ihrem Debüt „Annabel Dream Reader“ vor zwei Jahren.

In Großbritannien ein Begriff im Rock, begeht die zum Quartett erweiterte junge Kombo aus Brighton mit ihrem Zweitwerk „All Your Happy Life“ einen konsequenten Weg der Derbheit.

Die wenigen Lichten Momente des Glücks sind nun einer elaborierten Düsternis gewichen, die sich weniger in großen Posen als in kohärentem Sound offenbart.

Zur Rundheit der kompromisslosen Klangwirkung dürfte nicht unwesentlich Jim Slavunos‘ Produzententätigkeit beigetragen haben. Seines Zeichens Drummer bei Nick Cave And The Bad Seeds und Caves lauterem, aber inzwischen begrabenem Nebenprojekt Grinderman. Wo noch Ecken und Grünschnäbeligkeit auf „Annabel Dream Reader“ auszumachen waren, bleibt die Stimmungslage, ob laut oder leise, ob schnell oder langsam, souverän konstant, nämlich dunkel.

Schon zu Beginn mit „C Side“ ein Riff-schweres Energiemonster, dem mittleren „Ghost House“ oder dem entschleunigt entlassenden „Home“: „All Your Happy Life“ ist ein sympathisches Heavy-Psychedelia-Brett, unheilvoll in seinen Verkündungen, schmerzlich in seinem Mangel an Optimismus.

Kristian Bells vokale Gnarzigkeit bezeugt gesunde jugendliche Wut auf diese unsere Welt.Vielleicht sind manche Melodiespielereien der Gitarre und des Keyboards zu wenig treibend und zwingender zu gestalten, aber insgesamt braucht sich Großbritannien nach wie vor an der Heavy-Psychedelia-Front keinerlei Sorgen zu machen.

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