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Wallis Bird (Credit Caroline)

Wallis Bird – Home

Die Irin Wallis Bird, die in der Heimat ganz passabel chartet und nach einem Studium an der Pop-Akademie in Mannheim schon lange Berlin ihr Zuhause nennt, veröffentlicht tatsächlich schon ihr fünftes Album.

„Home“ dokumentiert, wie der Name bereitwillig mutmaßen lässt, den nun also abgeschlossenen Erdungsprozess. Die inzwischen 34-jährige Bird ist erwachsen geworden und sauglücklich, mit ihrer Partnerin, wie das Cover des Albums bezeugt, genauso wie mit ihrer schicken Neuköllner Dachgeschosswohnung.

Da kann die facettenreiche Folk-Rockerin mit früher kräftig irischem Einschlag ja mächtig stolz sein. Und leider lässt sie das auf „Home“ den Hörer auch über Gebühr wissen. Schön, die Akustikgitarre ist fast verschwunden, okay, reichlich Keyboardgebrauch ist wirklich eine neue Facette an der an Janis Joplin erinnernden kleinen Stimmgewalt, die regelmäßig zwischen Folk, Rock, Jazz und Chanson hin und her springt wie ein Flummiball.

Aber insgesamt überspannt Bird hier den Feel-Good-Bogen und ihr Mitteilungsbedürfnis, wie sehr sie glaube, es endlich geschafft und die zentralen Dinge ihres Lebens sortiert bekommen zu haben. „Home“ ist eine Spur zu selbstreferenziell.

Mindestens die Hälfte der Songs drehen sich nicht nur um ihre tolle Liebe, mit der sie jetzt auch zusammenlebt, im Eigenheimtraum eines Berliner Szenekiezes, nein, sie sind direkt an sie gerichtet.

„It’s not that this song is about her/All songs are about her“ singt Ruban Nielson von Unknown Mortal Orchestra auf ihrem letztjährigen Album. Jeder besingt seine Liebe, schon klar. Aber die Kunst dabei ist häufig, eine gewisse Universalität in die Botschaft/Geschichte zu stecken, und nicht nur Tunnelblick. Sonst kann das Ganze auch ein „Liebes Tagebuch,“-Eintrag bleiben.

Die Stimmgewalt Wallis Bird hat eine Liebeserklärung an ihre Partnerin auf Albumlänge gegossen und du darfst dabei zu hören. Weiß nicht.

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