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Conor Oberst – Ruminations

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Vergangenes Jahr ließ Conor Oberst es mal wieder richtig krachen. Das gelungene Comeback-Album „Payola“ seiner Punk-Band Desaparecidos klang wie der zwingende Befreiungsschlag, nach dem er sich im Jahr zuvor mit Vergewaltigungsvorwürfen rumschlagen musste, die sich letztlich als dreiste Lüge entpuppten.

Von beidem regelrecht erschöpft, mimt „Ruminations“ jetzt die Verschnaufpause. Es ist sein viertes Soloalbum, beziehungsweise das vierte, auf dem „nur“ Conor Oberst steht. Nimmt man es genau, ist es eigentlich das Fünfzehnte, weil man die elf Bright Eyes Platten problemlos dazu addieren kann. Schließlich war die Band stets seine kreative Spielwiese und die meisten Mitstreiter nur austauschbare Tagelöhner, die nach dem Hire-And-Fire-Prinzip temporär angestellt waren.

„Ruminations“ ist allerdings tatsächlich das Ergebnis eines einzelnen, der beim Schreiben erst gar keine Band mitgedacht hat. Hier entblößt sich ein Songschreiber bis auf seine Knochen. Das Cover zeigt Oberst am Piano, mit Kopfhörer und Mundharmonika hinter einem grobflächigen Papierfilter für die antiquierte Anmutung.

Zehn Songs, nur seine Stimme, Gitarre und Klavier – und in nahezu jedem Stück Bob Dylan Mundharmonika, die ihr partielles Gegacker zugegeben auch mal überstrapaziert. Die lyrischen Qualitäten von Conor Oberst kann sie aber nicht übertönen. Gerade weil „Ruminations“ so puristisch ausfällt, stehen die Songzeilen fast nackt im Fokus.

„Cause the modern world is a sight to see/ It’s a stimulant, it’s pornography/ It takes all my will not to turn it off”. Es sind Zeilen wie die aus “Barbary Cost (Later)”, von denen man gar nicht genug hören kann, weil sie den „Thinkingmen“ aus den Herzen sprechen.

Er sei im Winter nachts oft wach gewesen, habe durch die Fensterscheiben in seiner Heimat Nebraska Schneeflocken beobachtet, sich ans Klavier gesetzt und dabei seine Gedanken und Geschichten zu Papier gebracht. Deprimierende Geschichten wie in „Gossamer Thin“ oder „Counting Sheep“: „Early to bed, early to ­rise/ Acting my age, waiting to die.“

Und dann übermannen ihn auch ganz offensichtlich wieder die eigenen Dämonen: „I met Lou Reed and Patti Smith/ It didn’t make me feel different“ singt er in „Next Of Kin“ – dem schönsten, weil gefühlvollsten Song der Platte.

So hell wie Oberst als einstiger Wunderknabe bei seinem Bright-Eyes-Doppelschlag „I’m Wide Awake It’s Morning“ und „Digital Ash In A Digital Urn“ strahlte, wird man ihn womöglich nicht mehr erleben. „Ruminatios“ weist ihn aber einmal mehr als einen der besten Texter der gegenwärtigen Singer/Songwriter-Zunft aus.

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